Mittwoch, September 07, 2005

Ob es so, oder so, oder anders kommt

Wer jetzt freilich glaubt, ich liesse mich durch irgendeinen Geheim-Listen- Firlefanz beeindrucken, kennt mich schlecht. Eingedenk der Worte des vor 98 Jahren in Châtenay-Malabry verstorbenen Dichters Sully Prudhomme

"Wer sich mit niemandem überwerfen möchte, macht sich zum Sklaven aller." [Sully Prudhomme, Gedanken]
trotze ich solchem alltäglichen Wahnsinn. Prudhomme erhielt bekanntlich 1901 den Nobelpreis für Literatur mit der kontemplativ-gefühlten Begründung

"Through the charm of his exquisite diction and through his consummate art, Sully Prudhomme is one of the major poets of our time, and some of his poems are pearls of imperishable value. The Swedish Academy has been less attracted by his didactic or abstract poems than by his smaller lyric compositions, which are full of feeling and contemplation, and which charm by their nobility and dignity and by the extremely rare union of delicate reflection and rich sentiment."

LE LONG DU QUAI

Le long des quais les grands vaisseaux,
Que la boule incline en silence,
Ne prennent pas garde aux berceaux
Que la main des femmes balance.

Mais viendra le jour des adieux ;

Car il faut que les femmes pleurent
Et que les hommes curieux
Tentent les horizons qui leurrent.

Et ce jour-la les grands vaisseaux,

Fuyant le port qui diminue,
sentent leur masse retenue
Par l'ame des lointains berceaux.

[Sully Prudhomme, Les destins, 1872]


Übrigens schaut der Elefant, den ich extra zu Ehren des hinduistischen Ganesh Chaturthi-Festes
letzte Nacht volltrunken aus dem Kölner Zoo aus seiner Sklavenexistenz befreit habe, so beleidigt drein, dass ich beschlossen habe, ihn an den nächstbesten Wanderzirkus zu verkaufen und auch die Bauernregel zum 7. September ...

"Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange sonnig"
... klingt zwar nicht Nobelpreisverdächtig aber wär' doch schön wenn das Bauer endlich mal recht behalten könnte. Und schliesslich-endlich lasse ich mir auch vom ewigen deutschen Liedgut von Schlagersternchen Lena Valaitis an ihrem 62. 49. Geburtstag helfen, gelassen zu bleiben:
"Ob es so, oder so, oder anders kommt, so wie es kommt, so ist es recht ..." [1971].