E.E. Cummings
XAIPE / 14out of more find than seeks
thinking,swim(opening)grow
are(me wander and nows to the
power of blueness)whos(ex-
plore my unreal in
-credible true each new
self)smile. Eyes. & we
remember:yes;we played with a piece of when
till it rolled behind forever,we touched a shy
animal called where and she disappeared.
Out of more(fingeryhands
me and whying)seek than finds
feeling(seize)floats(only by
only)a silence only made of,bird
aus mehr finden als suchs
gedanken,schwimm(öffnend)wachs
sind(mich wander und nuns in die
kräfte der bläue)wers(ent-
decke mein unwahres nicht-
zuglaubendes wahrlich jedermann neu
innerstes)lächeln. Augen. & wir
erinnern uns:ja;wir spielten mit einem stück wann
bis es hinters fürimmer rollte,wir berührten ein scheues
tier genannt wo und sie verschwand.
Aus mehr(fingerigerhände
mich und warummend)suchen als finds
gefühle(greifen)schwebt(einzig mal
einzig)eine stille einzig gefertigt aus,vogel
[E.E. Cummings: Xaipe, 1950, Übersetzung Mirko Bonné]
Edward Estlin Cummings, geboren 1894 in Cambridge, studierte Literaturwissenshcaft in Harvard, meldete sich freiwillig als Sanitäter und ging nach Frankreich wo er am Ersten Weltkrieg teilnahm. Irrtümlich wurde er dort für einen Verräter gehalten und für vier Monate in einen Lager in der Normandie interniert wegen Wehrkraftzersetzung und Landesverrats. Nach dem Krieg studierte Cummings Kunst in Paris und schloss Bekanntschaft mit dem Kreis um Gertrude Stein. Der einst politisch Liberale wandelt sich zu einem McCarthy-Anhänger. Cummings starb am 3, September 1962 zurückgezogen in Conway, New Hampshire.
seeker of truth
seeker of truth
follow no path
all paths lead where
truth is here
Dieses Gedicht, insbesondere seine dritte Zeile, gehört für mich zu den unübersetzbaren. Die deutsche Fassung daher nur eine erste Hilfe zur Orientierung:
Wahrheitssucher / folge keinem Pfad / alle Pfade führen wohin / Wahrheit ist hier .
Cummings war nie so radikal wie Teile seiner Zeitgenossen, seine reduzierte Sicht auf die Welt machte ihn zu einem der populärsten Lyriker englischer Sprache im 20. Jahrhundert.
XAIPE / 12
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s gab mal ei
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[E.E. Cummings: Xaipe, 1950, Übersetzung Mirko Bonné]

3 Comments:
Cummings. In der Tat bemerkenswert. Hatte ich ein gespaltenes Verhältnis bisher. Lernte ich über Cage kennen, der etwas von Cummings vertont hat. Kaufte damals auch ein Büchlein Cummings (Übersetzungen Eva Hesse). Das Nachwort machte mich auf den merkwürdigen Lebenslauf aufmerksam. der wollte für mich nicht zu seiner Lyrik passen.
Radikal - schwere Kategorie. Ich fand es damals radikal und andernorts überzart. Als Motto stand da:
"and even if it's sunday may i be wrong
for whenever men are right they are not young"
Eva Hesse: "und selbst am sonntag mög ich unrecht haben
denn wer so recht hat der ist nicht mehr jung"
Ich muss mal wieder weiterlesen, da ist so einiges:
"ultraomnipotence. We doctors know
a hopeless case if-listen: there's a hell
of a good universe next door; let's go"
E. Hesse:
"ultra-allmächtigkeit. wir ärzte erkennen
unheilbare krankheit wenn - hört: es gibt
ne pfundswelt nebenan; laßt uns dorthin"
+++++++++++
So im Nachhinein - man wird hellhörig - weiß man auch nicht recht: Ist das ultrakonservativ? Oder mir richtig gefasst? Oder eben beides? "pity this busy monster, manunkind.
not. Progress is a comfortable disease ..."
Schön aber, dass du Cummings in Erinnerung rufst. Heute kann ich mir gut vorstellen, dass er sogar populär sein konnte. Denn, wenn auch der Bezug wohl hinken mag, Ezra Pound, in manchem des Lebens ähnlich, dürfte mit seinen Cantos wohl kaum zu erfassen sein. Auch von mir nicht.
Ich finde grade solche Biographien 'interessant' und habe zu Beginn auch im Frühwerk nach 'Indikatoren' gesucht für seine spätere politische Haltung. Lapidar wird hier meist eingefügt, dass seine Reisen in die Sowjetunion ihn 'bekehrt' haben. Dast ist viel zu ideologisch, als das ich es glaube und es gibt zahllose Gegenbeisepiel aus der gleichen Zeit. Ergo: Ich suche noch.
Zur Popularität: Ich erlebe ihn als sehr populär insbesondere in Europa. Er ist 'eingängiger' als Pound - für die meisten zumindest.
Eva Hesse zitiert Leslie Fiedler, der ihn "Charakterschwein" nannte, der er sei, wie alle anderen auch. "Es existiert ja kaum ein Künstler-Werk, das nicht irgendwie von der Gehässigkeit, der Unberrschtheit, der Wehleidigkeit, der Querköpfigkeit, der Selbstgefälligkeit, der Selbstverkleinerung, der Feigherzigkeit des Urhebers verunstaltet ist." Usw. Was ist mit Richard Wagner, was ist mit vielen anderen.
Ja, man denkt eben, das geht nicht zusammen, Kunst hie, Schwachfug dort, denn Cummings setzt sich damit ja gegen viele seine Kollegen ins Unrecht.
Notiz am Rande. Eva Hesse meint beispielsweise, dass "er für seinen Teil den Erzfeind eher in den Liberalen als den Linken sah."
Also kurz: Ich mag Cummings. Noch eine Notiz bei Eva Hesse, auch symptomatisch. "Sein dichterisches Werk ist überaus umfangreich, was zum Teil daher rührt, daß er außerstande war, mißlungene oder mittelmäßige Gedichte in den Papierkorb zu werfen."
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