Dienstag, September 06, 2005

Buster wird vergesslich ...

"Das habe ich getan“, sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben“ - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - gibt das Gedächtnis nach. [Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse]
Was war Eduard Oswald, geboren am 6. September 1947, nochmal?
Was machte Herwig Rudolf Mitteregger, geboren am 6. September 1953, eigentlich?
Was hat Stephan Engels, geboren am 6. September 1960, geleistet?
„Ein gutes Gedächtnis ist eine Gabe Gottes. Vergessen können ist oft eine noch bessere Gabe Gottes“. [Georg Christoph Lichtenberg]
Unter „Gedächtnis“ versteht man bekanntlich die Fähigkeit des Gehirns Informationen aufzunehmen, zu behalten, zu ordnen, wieder abzurufen und vor allem - und dankenswerterweise - wieder zu vergessen. Spätestens beim Übergang vom Arbeitsgedächtnis in das Langzeitgedächtnis werden sie getilgt die österreichischen Schlagzeuger-Sänger, deutschen Fußballspieler oder Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Alles weg, alles muss raus … eingedenk den tröstenden Worten von Oscar Wilde:
„Nur wer seine Rechnungen nicht bezahlt, darf hoffen, im Gedächtnis der Kaufleute weiterzuleben“.
Und wer mit einem solchen hervorragend schlechten Gedächtnis für jeden einzelnen seiner Fehler ausgestattet ist, sollte über eine politische Laufbahn nachdenken: Schliesslich erkennt man daran den echten Vollblutpolitiker. Der Glückliche verliert das Gedächtnis nachdem er den Meineid abgelegt hat ...

Der Herr Kohl dödelt wieder im CDU Wahlkampf als Star insbesondere der Jungwähler durchs Wahlland. Freilich hat alles etwas die Qualität „wenn der Grossvater von der guten alten Zeit (vor den Reformen) erzählt“ und auch hier hilft wieder das gnädige Vergessen, mindestens aber die rosafarbene Einfärbung des Geschehens ganz im Sinne des Kant-Wortes:
„Gedächtnis ist Phantasie mit Bewusstsein“