Montag, September 05, 2005

Buster plaudert …

Nur wenige Dinge sind so altmodisch wie der Wunsch, modern sein zu wollen: Um seinem Volk asiatische Bräuche abzugewöhnen, führt der russische Zar Peter der Große vor 307 Jahren eine Steuer auf Bärte ein. Hilft Dir das weiter Hans?

„Die Zeiten sind hart, aber modern“ weiss ein italienisches Sprichwort und tatsächlich war vor 77 Jahren der schwärzeste Tag für eine deutliche Mehrheit aller Lebewesen als der britische Bakteriologe Alexander Fleming entdeckt, dass der Schimmelpilz „Penicillin notatum“ das Wachstum von Bakterien hemmt und die machen ja bekanntlich rund 70% aller Lebewesen aus.

Schon der eifrige Eifelbewohner und -forscher Hanswilhelm Haefs hat ja bekanntlich darauf hingewiesen, dass „bekanntlich“ die bekanntlich unverfrorenste unter allen höchst unverschämten Anreden sei, weil sie dem Angesprochenen hämisch unterstellt, dass er dies eh wüsste, wäre er nicht so faul oder dumm oder schlimmstenfalls beides.

Und auch für den gestern arg gescholtenen Professor aus Heidelberg Paul Kirchhoff noch ein kleines Schmankerl:
„Lobend gleichzustellen ist diese Steuerreform allen Steuerreformen, die es jemals gab oder die je kommen werden. Sie ist modern, gerecht, entlastend und kunstvoll.
- Modern, weil jede der alten Steuern einen neuen Namen trägt.
- Gerecht, weil sie alle Bürger gleich benachteiligt.
- Entlastend, weil sie keinem Steuerzahler mehr einen vollen Beutel läßt.
- Und kunstvoll, weil du in langen Worten ihren kurzen Sinn versteckst: dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und dem Bürger zu nehmen, was des Bürgers ist.“
[Casparius, römischer Senator, 282 n.Chr.]
Aber Vorsicht bei der Verwendung, Herr Professor aus Heidelberg, wir haben seit geraumer Zeit keinen Kaiser mehr …