Samstag, März 19, 2005

Die Alien-Connection

Regisseur David Fincher kehrte mit "Alien 11" dramaturgisch zurück zu den dunklen Szenen des dritten Teils. Fincher blieb dem Seriencharakter der Alien-Reihe treu, indem er die gleiche Story zum fünften Mal verfilmte:

Auf Ripleys Raumgleiter GAULOISE war durch das jammernde, wollüstige Alien Van Nelle Feuer ausgebrochen weil es die "Zigarette danach" nicht entsprechend den Vorschriften der intergalaktischen Feuerwehr gelöscht hatte. Ripley und die junge Attika-Clique werden in einer Raumkapsel abgeworfen. Die Attika-Clique hat die Zigaretten vergessen, steigt geistesabwesend aus um zur nächsten Tanke zu gehen und driftet seitdem ziellos durch die Galaxien. Ripley überlebt als einzige weil sie wusste, dass in der Bordküche ein Ziggiautomat hängt und die Tanke in der Galaxie M17024 sowieso nicht 24-Stunden am Tag geöffnet ist ...

[Werbepause, Grossaufnahme auf Ripleys Augenringe]

... Der Ziggiautomat ist aber durch einen Konfigurationsfehler nur mit italienischen Lira-Münzen zu bedienen. In ihrer Verzweiflung will sich Ripley gerade bei rfo anmelden als schwarzer Krauser, der jüngere, gutgebaute und ebenso wollüstige Bruder des jammernden, wollüstigen Aliens Van Nelle auf der Brücke erscheint. Beide verlieben sich sofort ineinander, heiraten auf der Stelle (das ist wichtig für die amerikanischen Sponsorengelder) und vollziehen die Ehe [Kameraschwenk auf das Display des Drehzahlmessers] ...

[Werbepause, Kamerafahrt durch die unendlichen Weiten, Kamera zoomt durch
ein Bullauge der Raumkapsel]

... Beschleunigt durch allerlei Zeitparadoxien ist die Raumkapsel innerhalb kürzester Zeit bevölkert mit hunderten von Mischwesen: Halb-Alien, Halb-Ripley und Halb-Einstein (unerklärlich eigentlich - aber bestellt ist bestellt), die sich alle damit beschäftigen Lire-Münzen zu fälschen. Nach wenigen Jahren hat die Grossfamilie genügend Münzen gefälscht, um die erste Schachtel Zigaretten zu ziehen ... Gerade als sich die hundertfache Mutter Ripley eine Zigarette anzünden will, kreuzt die Raumpatrolie Orion auf, der Kommandant Zweistein, Urenkel von Albert, beschlagnahmt die Zigaretten und gefälschten Münzen und erinnert Schauspieler wie Zuschauer daran, dass jede ARAL-Tanke für viel gutes Geld gerne legal hilft, wenn Not am Nikotin ist ...

[Werbepause, Szenenwechsel, Kamera durch Gitterstäbe hindurch]

... Ripley steckt auf dem Gefängnisplaneten "Lucky Strike IV" fest. Ausser ihr nur kahlgeschorene Männer: eine Horde Kapitalverbrecher, die sich zu einer religiösen Bruderschaft der kraftlosen Inhalierer zusammengetan haben. Und ein Organismus, der vom Mutter-Alien Camel III. kurz vor dem Sterben auf LV-426 in den Raumgleiter GAULOISE gebracht worden war. Ripley versucht, die Männer zum Kampf gegen das Monster zu mobilisieren (warum bleibt unklar, denn das "Monster" ist ihr Schwiegervater Lord extra und so weit sollte der Familienstreit nun doch nicht gehen). Waffen gibt es keine, aber Ripley erinnert sich an den Ikebana-Kurs jeden Donnerstag in der Volkshochschule und ruft alle Männer zusammen ...

[Werbepause, Szenenwechsel, Kamera zoomt auf ein Bürogebäude in Kerpen]

... Unterdessen hat Ripleys Arbeitgeber Wind von dem neuen Organismus bekommen und hat nur noch das Ziel, ihn im Kölner Zoo auszustellen. Er setzt alles auf eine Karte und hat eine wahre Killermaschine zur Lösung des Problems ausgewählt: MARTINA45 halb Robocop halb Knuffi. Man sieht auf den ersten Blick dass sich hinter dieser scheinbar unauffälligen Fassade der liebevollen Grossmutter und Hundebesitzerin eine knallharte, top-geschulte Ex-Raucherin verbirgt, die in zahllosen rfo-Stammtischen im Weizentrinken, Motivationskärtchen-ausfüllen, Dauertelefonieren und und Posten ausgebildet wurde ... Hat Ripley eine Chance? ... Verpassen Sie nicht Alien 12!

Freitag, März 18, 2005

Rauchfrei Offline

Wann, wenn nicht heute, am 18. März ist der ideale Zeitpunkt einen Fussballclub zu gründen? Der Fußballverein Ajax Amsterdam wird 1900, Real Madrid 1902 und FC Valencia 1919 gegründet. Nur die Kölner haben wieder mal was falsch verstanden und gründeten am 18. März 1883 den ersten deutschen Ruderverband ...

Wem, wie mir gestern Abend, von einer deutschen Fluglinie das grosse Geschenk einer über dreistündigen Ruhepause durch Streichung von gleich zwei Flügen zuteil wird ... hat ausreichend Zeit zur meditativen Musse in einer Welt voll überbordender Mobilität und unnatürlicher Hektik.

Als ich so unvermittelt nutzlos geworden durch eine Flughafen-Zeitschriftenhandlung schlendere und nach über 25 Ferseh- und 30 Frauenzeitschriften aufhöre zu zählen, erkenne ich die Grundfesten der Welt: Es gibt für alles Fachzeitschriften! Jede Neigung, jede Lebenslage und jede Passion wird bedient: Ob Segelboote, Zinnsoldaten, Pfeiffenrauchen, Haus und Garten, Trinken und Essen, Schlafen und Sammeln, Turnen und Singen, Kinder haben und machen, Gesund sein und Krank werden .... alles, wirklich alles ist buntbebildert für eine Handvoll Euro zu haben! Alles? Aber wo bitteschön ist die Zeitschrift für ehemalige Raucher? So sollte sie sein, die Zeitschrift „Rauchfrei offline“:

„Und plötzlich kam die Wolllust“. Lesen Sie exklusiv in Rauchfrei offline die erschütternde Zusammenfassung eines rauch-freien Jahres voller rfo-Stammtische, Cocktailpartys und Exzessen mit unschuldigen Handwerkern ... ab Seite 4

„Das Kippenmuseum war schon nach zwei Stunden angelegt“ freut sich Kettenraucher Helmut Schmidt in der Promi-Serie „Mein langer Weg zum Ex-Raucher“. Endlich hat sich auch Helmut Schmidt bei rfo angemeldet und verrät in unserem Promi-Interview wie er auf seinen Nick „Mentholi“ kam und wie er sich auf seinen Tag X am 18. März 2020 vorbereitet ... Seite 8.

Der dritten Teil der zwölfteiligen Fortsetzungsserie für Ex-Raucher „Jammern, aber richtig“ beschäftigt sich heute mit dem Thema „Ich weiss oft gar nicht worüber ich noch jammern soll“. 24 exklusive Themen, über die Sie jederzeit ausführlich und fundiert jammern können, finden Sie ab Seite 10.

„Geschmack befriedigend“ im Verbrauchertest gehen wir heute der spannenden Frage nach, ob es besser ist, Nikotinpflaster zu rauchen oder unzerkaut zu schlucken. Alle Testergebnisse ab Seite 12 ...

In der Rubrik „Mode für Mollige“ finden Sie heute nützliche Tipps wie Sie aus ein paar bunten Glasperlen, einer Tube Uhu und einem Kartoffelsack in wenigen Minuten ein originelles Abendkleid zauben können und garantiert im Mittelpunkt der Abendveranstaltung stehen werden ... Seite 15

Unsere Redakteure haben alle Fernsehsendungen für Sie angeschaut und empfehlen hier die Sendungen, in denen garantiert keine Zigaretten vorkommen in der Rubrik „Rauchfrei Reingeschaut“ ab Seite 17 ...

Im Feuilletonteil werden auch heute wieder die schönsten Formulierungen für Motivationskärtchen veröffentlicht und prämiert ... ab Seite 24

„Militant fanatische, rauchfreie Kampfputzerin mit ausgeprägtem Ego sucht rauchfreien Frauenversteher“ Alle Bekanntschaftsanzeigen geordnet nach neuen Suchtverlagerungen unter der Rubrik „Ex sucht Ex“ ab Seite 32 ...

„Länglicher Gegenstand der entzündet wird mit 7 Buchstaben, AEGIRRZ“ Dies und zahllose weitere, äusserst knifflige Rätsel in unserer Rubrik ... „Wenn Ex-Raucher denken“ ab Seite 38 ...

In der Rubrik „Die Gute Tat“ erfahren Sie auch heute wieder, wohin mit dem durch Nichtrauchen gesparten Geld. Heute bittet ein Kaninchenzüchterheim um Spenden für neue Kochtöpfe ... Seite 42

„Weissweinflecken entfernt man am besten indem man viel Rotwein trinkt ...“ lesen Sie mehr zu diesem und viele weitere, ungemein nützliche und praktische Tipps von Putz-Pabst BusterG genannt „der Besen“ in unserer Rubrik „Frag Mutti“ ab Seite 45 ...

Dienstag, März 15, 2005

Jammer wird Wollust

Für alle, denen heute trotz Frühlingswetter zum jammern zumute ist, zunächst dies:

Der Mars trifft auf einem Spaziergang die Erde und fragt: „Oh Gott, wie siehst du denn aus?“ Worauf die Erde weinerlich antwortet: „Ich habe Homo Sapiens...“ Darauf der Mars: „Mach dir keine Sorgen... das kenn ich - geht schnell vorbei!“

Wer jammert wird in unserer Leistungsgesellschaft nicht sehr ernst genommen: „Wer A klagt, muss B jammern“ weiss schon der Volksmund und auch wenn Johann Christoph Friedrich von Schiller das Jammern nicht allen gleichermassen gönnt: „Kinder jammern, Mütter irren“ .... wusste schon William Shakespeare „Niemand heilt durch Jammern seinen Harm“, dass Jammern allein noch nicht die Lösung bringt. Wie heilsam es aber zuweilen sein kann ausgiebig zu jammern, haben insbesondere wir Ex-Raucher doch schon ausführlich erfahren ... warum also versteht uns keiner?

Wer in der Weltliteratur nach den heilenden Kräften des „Jammerns“ sucht, sucht oft vergeblich: Zu negativ besetzt dieses Wort, das nur in Verbindung mit Weinen und Wehklagen in der Bibel zu finden ist: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider“ (Joel 2.12.13). „Weinerlichkeit“ und „Jammern“ sind gar Symptome für das Deprivationssyndrom (von lateinisch deprivare - berauben in Bezug auf Reize und Zuwendung) in der Kinderheilkunde, das als die Summe aller Schädigungen durch Vernachlässigung, mangelnde Umsorgung und lieblose Behandlung verstanden wird.

Und auch die Klage eines Pflastersteins in Joachim Ringelnatz’ Gedicht „Ein Pflasterstein“ endet erfolglos:

Ein Pflasterstein, der war einmal
Und wurde viel beschritten.
Er schrie: „Ich bin ein Mineral
Und muss mir ein für allemal
Dergleichen streng verbitten!“

Jedoch den Menschen fiel's nicht ein,
Mit ihm sich zu befassen,
Denn Pflasterstein bleibt Pflasterstein
Und muss sich treten lassen.

A propos "treten": Kaiser haben uns ja schon immer aufgefordert leidensfähiger und gleichzeitig leiser zu sein: „Lerne leiden ohne zu klagen“ ist von Friedrich III. (1831 - 1888) überliefert und Immanuel Kant (1724 - 1804) warnt eindringlich „Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird“; wohingegen Sophokles (496 - 406/5) bereits andeutet, dass Klagen auch zur Dauerbeschäftigung mutieren kann: „Macht nicht unerträglich den Schmerz durch ewige Klagen.“

Wenns ums jammern geht hat übrigens der am 15. März 1912 geborene Ligtnin' Hopkins, US-amerikanische Blues-Musiker, mit dem „Sick Feelin' Blues“ auf der LP „Blues“ heute genau den richtigen Hörtipp gegen Schmachtanfälle und für ausführliches Wehklagen parat ...

Während Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) - ganz asiatisch - uns jammernde Ex-Raucher so gar nicht verstehen will: „Sich selbst strenger beurteilen, als man andere beurteilt, ist ein sicherer Weg, um Klagen vorzubeugen“, hilft uns Johann Peter Hebel (1760 - 1826) schon einmal mit einem Hinweis in die richtige Richtung: „Da ich gewöhnt bin, die halbe Gesundheit für die ganze zu halten, so habe ich gottlob nichts zu klagen.“

Der grosse französische Moralist Joseph Joubert (1754 - 1824) endlich, versteht uns Ex-Raucher aus tiefstem Grunde wenn er formuliert: „Der Geist bleibt so lange stark, als man die Kraft hat, über seine Schwäche zu klagen.“

... und wer nur lange genug sucht wird auch dieses aufbauende Zitat von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) finden: „Jammer wird Wollust, wenn wir seine klemmende, stechende Empfindung, die unser Herz ängstigt, durch Klagen lindern und zu einem sanften Kitzel verwandeln“ … Na also, nun aber Jammern bis zur Wollust bitteschön … oder doch einfach nur wollüstig den Frühling geniessen?

Montag, März 14, 2005

Trotz aller Fehler

Aus Fehlern lernen, sollte heute eigentlich das Thema sein und Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) trifft es wie oft: „Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer, aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar.“ Und dass wir ohne Fehler nicht auskommen, hat uns schon Plato (427 - 348 v. Chr.) ins Stammbuch geschrieben: „Der Fehler begleitet den Menschen.“

Ein sehr folgenreicher Fehler begab sich übrigens 1879: Giovanni Schiaparelli, italienischer Astronom am 14. März 1835 in Mailand geboren, wurde weltbekannt durch seine Marsbeobachtungen und die Entdeckung der so genannten “Marskanäle“ (italienisch: Canali) im Jahr 1877, als der Mars der Erde besonders nahe kam. Schiaparelli hielt sie für natürliche Rillen oder Flussbette, doch die falsche Englische Übersetzung „Canals“ liess an Kunstbauten denken, die „Marsmenschen“ waren geboren, gleich zu Hoch- und Tiefbauarbeiten fähig und zahllose Science-Fiction-Romane entstanden. Erst 1965 beendeten die Fotos der US-Sonde Mariner 4 diese Spekulationen und die Marskanäle gelten heute grossteils als optische Täuschung durch Kontrasteffekte.

Ein Fehler ist eine Abweichung von einem optimalen oder normierten Zustand oder Verfahren. Bei Produkten ist die Abwesenheit von Fehlern ein Qualitätsmerkmal. Bestimmte physiologische Mängel können bei Lebewesen rezeptive Fehler verursachen (sogenannte „Dyskalkulie“ wie etwa Sehfehler, Hörfehler oder Lesefehler). Auch im Bereich von Ästhetik und Kunst wird von Fehlern gesprochen wenn ein in seiner Originalität einzigartiges neues Kunstwerk vom Kanon abweicht. Die Abwesenheit von Nikotin in unserem Leben jedenfalls ist nicht der Fehler sondern schon die Antwort darauf ...

... denn wir Unabhängigen und Freien machen ja eigentlich keine Fehler, sondern „sammeln nur Erfahrungen“. Doch doch, auch Oscar Wilde hat’s gewusst: „Wenn man Fehler gemacht hat, bezeichnet man das selbst gern als Erfahrungen sammeln.“ Und natürlich weisen wir andere nicht auf Fehltritte hin zu unserer eigenen Genugtuung oder gar aus Altklugheit und Schadenfreude. Wir sind geleitet vom pädagogischen Drang, es künftig besser zu machen. Und schon Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.) wusste: „Kein Kluger straft, weil gefehlt worden ist sondern damit in Zukunft nicht gefehlt werde“ („Nemo prudens punit, quia peccatum est, sed ne peccetur“) – Ist doch schön, wie man durch einen kleinen Wechsel des Standpunktes bei den Klugen und Guten gelandet ist ...

Es mag ja ein ausgemachter Fehler sein ausgerechnet im Einsteinjahr zu verschweigen, dass Albert Einstein am 14. März 1879 in Ulm geboren wurde. Aber so langsam bekomm ich die Einstein-Allergie ... ich erwähne das jetzt nicht!

So DAS war jetzt mutig bis heldenhaft und ansonsten heute Augen auf zur fehlerfreien Hasen-Beobachtung (nein, heute nicht braten, sondern beobachten!) denn: „Hasen, die springen, Lerchen, die singen, werden sicher den Frühling bringen.“ Weiss die Bauernregel und es ist schon ganz ganz sicher: das geht jetzt los mit dem Anfang vom Ende des Winters.

Herman van Veen, niederländischer Sänger, Schriftsteller, Liedertexter und Liederkomponist, wurde heute vor sechzig Jahren im Utrechter Arbeiterviertel geboren und zeichnet für den heutigen Hörtipp gegen jede Schmacht verantwortlich: Heute bitteschön „Helden“ von der LP „Ich hab’ ein zärtliches Gefühl“ (Polydor, 1973) ordentlich auf beide Ohren auftragen und natürlich lohnt es sich auch ein bisschen in den Wühltischen der offiziellen Homepage zu stöbern: http://www.hermanvanveen.com/de/VeenD.htm.

Als Trost und Wort des Tages doch noch dieses Einsteinwort: „Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur in ihr zurechtfinden.“ Und das liebe Ex-Raucher wird uns heute doch trotz aller Fehler gelingen ...

Samstag, März 12, 2005

Winter verboten!

Na super: Der Arni hat jetzt vom (Dr.) Eddi eine Kiste deutsche Zigarren überreicht bekommen … ich hätte den (Dr.) Eddi gleich mal testhalber ein paar rauchen lassen … gab ja früher auch den Vorkoster …

Gewiss, gewiss: Unzählige wichtige Dinge könnte ich heute aufzählen: Das rote Kreuz auf weissem Grund wird das erste Mal, vom Schweizer Arzt Dr. Louis Appia, im deutsch-dänischen Krieg getragen (1864). Mahatma Gandhi bricht 1930 mit 78 Männern zum sogenannten Salzmarsch auf, um das britische Salzmonopol zu brechen. Das nationalsozialistische Deutschland besetzt Österreich (1938). Mit der Unterzeichnung des Moskauer Friedensvertrags endet der Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion (1940), die Truman-Doktrin, die die Ausbreitung des Kommunismus verhindern soll, wird veröffentlicht (1947) und die Anglikanische Kirche Englands weiht erstmals 1994 32 Frauen zu Priesterinnen …

Aber letztendlich zählt heute doch nur, dass zum einen Mauritius von Großbritannien 1968 unabhängig wurde und zum anderen der Europäische Gerichtshof in Luxemburg 1987 das deutsche Reinheitsgebot für Bier (seit 1516) für unzulässig erklärt hat.

Beides soll uns heute zum Anlass dienen, den ersten und ausserordentlichsten Stammtisch auf der richtigen Rheinseite in Bonn zu besuchen, wo die fanatischsten, militantesten und überhaupt rücksichtslos egoistischsten Ex-Raucher sich zusammenrotten werden, um furchtlos, trotzig und verwegen eine in Bonn gebraute, obergärige Flüssigkeit aus windschiefsten Gläsern selbstlos in sich zu schütten … ohne dabei Nikotin zu rauchen!

Nein, nicht als Hörtipp, aber wer kennt ihn nicht, „den Mann am Klavier“ (1954): Paul ‚Paulchen’ Kuhn geboren am 12. März 1928 in Wiesbaden dem wir auch seit 1963 die endgültige Gewissheit zu verdanken haben, dass es kein Bier auf Hawaii gibt.

So, ich beschliess das jetzt mit allen Konsequenzen: Irgendjemand muss es ja mal tun: Der Winter ist hiermit beendet und strengstens verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Temperaturerhöhungen um nicht unter 15 Grad bei Dauersonnenschein geahndet. Also keine Mätzchen mehr!

Johann Christoph Friedrich von Schiller hilft mir erneut im Schillerjahr: "Die Phantasie ist ein ewiger Frühling".
… das Leben ist schön, besuchen Sie es mal … und was ist Ihre erste Frühlingstat?

Freitag, März 11, 2005

Soziopathen-Alarm: 22,883831

Heute zuerst Pulsarisches aus Einsteins „Züricher Notizbuch“: Die Materie sagt dem Raum wie er sich zu krümmen hat, der gekrümmte Raum sagt der Materie wie sie sich bewegen soll. Tjaaaaa, wenn das nicht klingt wie ein alterndes Ehepaar:

Materie zum Raum: „Krümm dich nicht so krumm!“
Raum zur Materie: „Beweg dich nicht so zuckelig!“
Materie zum Raum: „Blöde Dreidimensionalität Du, lass mich in Ruhe!“
Raum zur Materie: „Verwandel Dich doch endlich in Licht damit ich Dich nicht mehr seh!“
Materie zum Raum: „Verpiss dich Krummsocke und lass mich in Ruhe“
Raum zur Materie: „Depp, ich geh erstmal eine Rauchen!“

Ooops, zurück ins Studio … kein Wunder, dass Einstein immer so ein bisschen ungekämmt aussah bei dem Gezicke … und ständig die Gefahr des erneuten Urknalls vor Augen.

Andererseits wurde am 11. März 1544 in Sorrent der italienische Dichter Torquato Tasso geboren. Tasso war seit 1565 im Dienst der Herzöge von Este in Ferrara. Tasso litt schon früh an Verfolgungswahn und religiöser Manie, 1579-1586 wurde er im Irrenhaus in Ferrara festgehalten, dann auf Fürsprache von Papst und Kaiser freigelassen. Er starb einen Tag bevor er von Papst Klemens VIII. in Rom zum Dichter gekrönt werden sollte. Sein Epos „Gerusalemme liberata“ (1575, deutsch „Das befreite Jerusalem“) inspirierte Goethe, Lord Byron und Ernst Raupach.

Als Hörtipp heute das Allegro Prestissimo von Barrières Sonate für zwei Cellos auf der CD „Hush“ von Yo-Yo Ma und Bobby Mc Ferrin, der am 11. März 1950 in New York City geboren wurde, ein ein US-amerikanischer Vokalkünstler, der auf seinen Alben die meisten Instrumente mit seiner Stimme simuliert.

Sicher, Ex-Raucher ändern ihr Verhalten minütlich und sind überhaupt völlig zickig und unberechenbar und nennen das dann dreist „selbstbestimmtes Leben“. Dennoch macht es Sinn, mindestens wöchentlich seinen Soziopathen-Wert zu ermitteln und für die Nachwelt aufzuzeichen. Hier ist die ultimative Soziopathen-Checkliste (aus taz online vom o8.o3.o5) und im Zeitalter der totalen und rücksichtslosen Offenlegung aller Peinlichkeiten meine heutige Auswertung in Klammern. Für jeden Verhaltenszug gibt es Punkte (nein: 0, ein bisschen: 1, definitiv: 2).

1. Glatter, oberflächlicher Charme (locker 1,31)
2. Selbstüberschätzung (2!!! Gibt’s wirklich nicht noch mehr Punkte?)
3. Ständiges Bedürfnis nach Stimulation, schnell gelangweilt (0,0025)
4. Krankhaftes Lügen (was bitte ist „krankhaft“? 2)
5. Manipulierend (2,194631)
6. Keine Reue, keine Schuldgefühle (0,61)
7. Schwache Emotionen (0,45)
8. Unempfindlich, kein Einfühlungsvermögen (1,35)
9. Parasitärer Lebensstil (1,6857 gehts auch anders?)
10. Wenig Verhaltenskontrolle (0,91)
11. Promiskuitives Sexualverhalten (was ist das? 0 natürlich oder doch 2?)
12. Frühe Verhaltensprobleme (wenn ich meinem völlig verlogenen Umfeld glaube: 1,9)
13. Keine langfristigen Lebensziele (1,8 und an ungeraden Tagen 0,18)
14. Impulsivität (0,001)
15. Unverantwortlichkeit (0,95 ob ich das wirklich verstanden habe?)
16. Weigerung, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen (nochmal? 0,78)
17. Viele Kurzzeit-Beziehungen (was ist „viel“ und was eine „Beziehung“? 0,5)
18. Jugendkriminalität (ich sag nix, aber: 1,5)
19. Verletzen von Bewährungsauflagen (0)
20. Große kriminelle Energie (was heisst schon „gross“: 0,94)

Wer auf über 30 Punkte kommt, gilt als ausgemachter Ex-Raucher-Soziopath und sollte unverzüglich mit der freiwilligen Feuerwehr Kontakt aufnehmen und sich registrieren lassen. Zwischen 18 und 30 Punkten lohnt ein unverbindliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker, es gibt heute Medikamente, die Ihnen helfen und Sie wieder gefügig und zu einer wertvollen Stütze der Konsumgesellschaft machen können. 10 bis 18 Punkte: Na das brausende Leben war’s ja bei Ihnen bislang noch nicht … sind Sie schon verbeamtet? 0 bis 9 Punkte: Sie müssen schon alle Fragen ehrlich beantworten …

Donnerstag, März 10, 2005

Froh und Kulturvoll

Also mal ehrlich, ich will Sie ja nicht runterziehen, aber die ganz ganz tollen Geschichten waren’s bisher nicht an den 10. Märzen der letzten paartausend Jahren:

Die Römer versenken die karthagische Flotte (241 v. Chr.), der Theologe und Täufer Balthasar Hubmaier wird in Wien auf dem Scheiterhaufen verbrannt (1528), König Karl I. löst das Parlament auf und führt England in die parlamentslose Zeit (1629), Napoleon wird in der Schlacht von Laon von den verbündeten Preußen und Russen geschlagen (1814), die französische Fremdenlegion wird von König Ludwig Philipp gegründet (1831) und Alexander Graham Bell führt das erste erfolgreiche Telefonat (1876) mit dem epochalen Inhalt: „Mr. Watson, kommen Sie her, ich möchte Sie sehen“ … aber sehen Sie es doch mal so: Heute können Sie endlich mal den Trend umkehren und positive Dinge werden in künftigen Chroniken wie ein Mahnmal des Guten aus der Tristesse der Chronologie des 10. März herausragen.

Auch nicht schön und dennoch wichtig zu erwähnen: Der zehnte März ist übrigens der evangelische Gedenktag der „Vierzig Ritter von Sebaste“. Vierzig christliche Soldaten der Legion „Donner“, unter ihnen ihr Offizier Kandidus, wurden unter Kaiser Licinus zum Tod durch Erfrieren verurteilt. Sie mussten sich in einer eisigen Winternacht nackt auf einen zugefrorenen Teich stellen. Nur einer fiel von seinem Glauben ab und entkam, die Leichen der anderen wurden verbrannt. Im Hochsommer wäre das nicht passiert. Aber wenn’s schon mal dicke kommt, dann auch richtig denn die Wetterprognose hilft uns heute auch nicht zu Jubelausbrüchen:

„Wie die vierzig Märtyrer das Wetter gestalten, so wird es noch vierzig Tage halten.“

Und schlimmer noch: Wie die Fliegen sind sie gestorben an den 10. Märzen: Wilhelm von Malavalle, katholischer Heiliger (1157), Johann Schelle, deutscher Komponist und Thomaskantor in Leipzig (1701), Antoine Louis Claude Destutt de Tracy, französischer Philosoph (1836), Maximilian II., König von Bayern (1864), Samuel Teleki, österreichisch-ungarischer Politiker, Entdecker und Forschungsreisender (1916); Jewgeni Iwanowitsch Samjatin, russischer Schriftsteller (1937), mein über alles geliebter Michail Bulgakow, russischer Schriftsteller (1940), Karl Joseph Schulte, Erzbischof des Erzbistums Köln und Otto Modersohn (1941), deutscher Maler (1943). Geben Sie bloss auf sich Acht!

Von „Rauchkultur“ war die Tage zu lesen, als es um die ewige Diskussion zur rauchfreien Kneipen und Restaurants ging. Der Begriff „Rauch-Kultur“ sollte etwas symbiotisch magisch-kausales suggerieren:

Da wo man raucht, da dichtet man schöne Lieder;
Da wo man raucht, da reimt man immer wieder ....

Nein, auch das will heute nicht klappen, ich meld den Text aber mal sicherheitshalber zur Grand Prix Vorentscheidung – ich muss ja auch schauen, wo ich bleibe. Also die Idee ist ja wohl klargeworden: Ohne Gesellschafts-Rauch keine abendländische Kultur und vielleicht sogar der Umkehrschluss: Warum fällt es in manchen Ländern so leicht das Rauchverbnot durchzusetzen? Hehe, ich sag’s nicht, ich denk es nicht zu Ende ...

Andererseits sollten wir uns heute erinnern an das Motto des VI. Parteitags der SED im Jahre 1962: „Froh und kulturvoll leben!“ Von rauchen war da gar keine Rede: Einfach froh sein und das bisschen Kultur nicht unter den Teppich kehren dabei – offensichtlich ein böser Nachschlag gegen närrische Rheinländer.

Dabei wusste schon im 19. Jahrhundert Kulturpessimist Friedrich Nietzsche: „Wir gehören einer Zeit an, deren Kultur in Gefahr ist, an den Mitteln der Kultur zugrunde zu gehen.“ Platon formuliert gewohnt positiv: „Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt“ und Oscar Wilde assoziiert treffend den Kultur-Gehalt mit dem Kochtopf-Inhalt: „Die Kultur hängt von der Kochkunst ab“. Was soll ich sagen? Wie wär’s mit heute mal froh und kulturvoll nicht rauchen?

Dienstag, März 08, 2005

Helden-Versager

„Fernsehen wurde nicht für Idioten erschaffen - es erzeugt sie.“ Mit provozierenden Aussagen wie dieser wurde Neil Postman, geboren am 8. März 1931 in New York City, zur Leitfigur vieler Kritiker des kommerziellen Mediensystems. Seine vehemente Kritik an den zeitgenössischen Medien, insbesondere am Kommerzfernsehen, ist allgegenwärtig. Besonders der Titel des 1985 erschienenen Buches „Wir amüsieren uns zu Tode“ ist zu einem geflügelten Wort in der Medienlandschaft geworden und heute aktueller denn je. Unermüdlich warnte er schon vor 20 Jahren vor einer „Trivialisierung“, „Boulevardisierung“ und „Infantilisierung“ der Gesellschaft durch eine reine Unkultur des bewegten Bildes ...

... ein schönes Beispiel hierfür war gestern am späten Abend im WDR zu bewundern: „Dank des überragenden Lukas Podolski bleiben die Fußball-Profis des 1. FC Köln im Kampf um die direkte Bundesliga-Rückkehr klar auf Kurs“ meldet heute dpa und in einem Interview mit dem ZDF verriet der Held aller gestern auch gleich sein Geheimrezept: „Wenn man mehrere Ideen hat, geht der Ball daneben, wenn man nur eine hat geht er rein.“ Also ganz einfach und eindimensional denken, dann wirds schon werden ...

Die Woche hat gerade erst begonnen da erklärt die Süddeutsche Zeitung bereits als Held der Woche jenen Fussballschiedsrichter Gagelmann, der ohne grosses Aufheben auch zum Versager der Woche nominiert werden könnte. Was bisher geschah: Jener Schiedsrichter hat gleich zwei korrekte Tore der Herta BSC gegen Kaiserslautern annuliert, was andernorts schon zur Untersuchungshaft führen kann. Was den Fall aber so reizvoll macht ist die Tatsache, dass sich besagter Gagelmann gestellt und nach eingehendem Zeitlupenstudium zerknirscht alle Fehler zugegeben hat. Und weil er noch nicht mal im Ansatz den Versuch unternahm, die Verfehlungen seinem Assistenten in die Stollenschuhe zu schieben, lobt die Süddeutsche „das war toll“ und dies ist ganz sicher eine Zeitenwende und wir alle können sagen wir waren dabei ...

Gewiss, früher hatten wir noch allseits bewunderte Helden aber die Zeit der Sieger scheint endgültig vorbei und wer vermag dies lautstark zu bedauern? Sich selbst zu kasteien ist Gebot der Stunde, die Zerknirschung ist oberste Tugend und dem allen muss zwangsläufig Versagenshandlung vorausgehen. Wir verehren nun einfach die Verlierer, die Gescheiterten ...

Alle anderen, die Bewegungsspiele und insbesondere das hier diskutierte nun überhaupt nicht angesagt finden, denken heute bitteschön daran, dass am 8. März seit 1921 weltweit der Internationale Frauentag oder Weltfrauentag begangen wird. Die Idee dazu wurde 1910 auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen von der Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin ins Leben gerufen.

Ich versuch jetzt bei X+109 besser noch mal alle Thesen des heutigen Tages in einer Art Tageslosung für die eindimensionaleren Stürmer unter uns Ex-Rauchern zu verdichten: Am besten ist auf jeden Fall, Mensch hat, wenn überhaupt, nur eine Idee – dann sollte er „den Ball reinmachen“, will heissen heute einfach nicht rauchen. Wer mehr Ideen hat, lebt allemal gefährlicher und tut eigentlich gut daran, wenn überhaupt nicht einfach nur ein bisschen, sondern recht spektakulär zu versagen ... hierzu möchte ich eigentlich keine weiteren Hinweise geben, ausser dem, dass die Presse zugegen sein sollte. Schauen Sie besser, dass sie die viele Ideen irgendwie weggeben, verkaufen, verschenken, vergessen ...

So, nun fehlt nur noch die Schlusspointe und ich bin frei für heute von der Fronarbeit des Chronistendienstes. Ich habe ja lang und intensiv nach einem Lacher gegrübelt – es will mir partout keiner einfallen. Da gibt es jetzt auch nichts mehr zu beschönigen, ich kann nicht mehr witzig sein ... ich bin einfach ein Versager, und weil ich das so glasklar erkenne und allen ganz offen erzähle, ganz sicher auch der Mann der Woche ... ein Held ...

Montag, März 07, 2005

Geburt, Leben und Tod

„Wo der Tod wartet, ist ungewiss; erwarten wir ihn überall. An den Tod zu denken heisst, sich die Freiheit zu bewahren.“ weiss Michel de Montaigne (1533 - 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist. Und wir Ex-Raucher denken ja immer und überhaupt nur an die Freien und Unabhängigen und deshalb bitte heute in erster Linie an ...

... Aristoteles, gestorben am 7. März 322 v. Chr. in Chalkis, Euböa, griechischer Philosoph, Naturforscher und einer der einflussreichsten Denker der abendländischen Geistesgeschichte, der zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründete oder entscheidend beeinflusste:

„Tugendhaft wird man aber nach einer Meinung von Natur, nach einer anderen durch Gewöhnung und nach einer dritten durch Lehre. Als Naturanlage steht die Tugend offenbar nicht bei uns, sondern ist dank gewissen göttlichen Ursachen das Teil der wahrhaft Glücklichen. Wort und Lehre aber haben nicht bei Allen hinlängliche Kraft, sondern die Seele des Hörers muß wie die zur Aufnahme des Samens bestimmte Erde durch Gewöhnung vorbereitet sein, um recht zu lieben und zu hassen. Denn es würde einer auf das warnende Wort nicht hören, ja, es nicht einmal verstehen, wenn er der Leidenschaft nachlebt; und wie ist es dann möglich, ihn durch Worte anderen Sinnes zu machen? Überhaupt kann man sagen, daß gegen die Leidenschaft das Wort nichts ausrichtet, sondern nur die Gewalt. Demnach muß ein der Tugend verwandter Sinn, der das sittlich Schöne liebt und das Häßliche verabscheut, schon in gewisser Weise vorhanden sein.“ ... aus Aristoteles Nikomachische Ethik, zehntes Buch, zehntes Kapitel in der Übersetzung von Rolfes (1911). Online bei http://gutenberg.spiegel.de/autoren/aristote.htm. Die Nikomachische Ethik hat ihren Beinamen davon, dass Aristoteles sie seinem Sohne Nikomachus gewidmet, oder nach Einigen davon, dass dieser sie nach seines Vaters Tode herausgegeben hat.

Der 7. März war auch Todestag für Thomas von Aquin (1274), italienischer Theologe und Philosoph, Johann Bayer (1625), deutscher Astronom, Arthur Helps (1875), englischer Schriftsteller, Graham Bond (1974), englischer Jazz- und Blues-Musiker, Divine (1988) und Stanley Kubrick (1999), US-amerikanischer Regisseur.

Aufmerksam werden wir Ex-Raucher freilich auch, wenn wir vom Todestag von Rudolf Otto (!) (1937), evangelischer Theologe und Religionswissenschaftler, wie auch von Otto (!) Paul Hermann Diels (1954), deutscher Chemiker und Nobelpreisträger erfahren ...

Jetzt aber erst mal eine Gehirn-Fitnessübung zu Wochenbeginn. Das Gehirn des Ex-Rauchers wird mit 20% mehr Sauerstoff versorgt. Wir können uns also auch an diesen Lesetest wagen: Es ist wrilkcih nchit wcihitg in wleehcr Rieehfnogle die Bcushatebn in eenim Wrot snid, das eniizge was wciihtg ist, ist dsas der etsre und der ltetze Bcushbate an der rcithgein Psotioin snid. Der Rset knan ein ttolear Bölsdnin sien, torztedm knan man ihn onhe Porlbmee leesn. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bcushatebn enizlen lseen, snodren das Wrot als gsemaets.

Um schliesslich mit Ebo Rau bei immerhin X+108 zu ermahnen: „Es gibt für den Menschen nur drei Ereignisse: Geburt, Leben und Tod. Die Geburt vergisst er, den Tod achtet er nicht und das Leben genießt er zu wenig.“ Also jetzt man los mit dem das Leben geniessen bitteschön ... und üebn Sie ncoh ein wneig ich srciheb dmesnähct nur ncoh so ...

Sonntag, März 06, 2005

Flügel-Kühe

Also wer schon mal die Nacht auf hoher See bei Stones-Gedröhn durchgezappelt, durchgelacht, durchgequatscht, durchgegessen und auch etwas durchgetrunken hat, wird verstehen, wenn ich heute - noch unter Landkankheit leidend, breitbeinig und sehr aufrecht mit beiden Daumen im Hosenbund wie Seemänner es am Amsterdamer Kai seit Jahrhunderten zu tun pflegen - meinen Nachmittagsspaziergang etwas bedächtiger absolviert habe.

Geholfen hat mir dabei Smudo geboren am 6. März 1968 in Offenbach am Main (der eigentlich Michael B. Schmidt heisst - diesen Namen hätte ich natürlich auch schamhaft hinter einem nach allen Waschmitteln klingenden Pseudonym verborgen). Smudo ist Texter und Rapper der deutschen Hip-Hop-Gruppe "Die Fantastischen Vier" und hat sich lange genug in Stuttgarter Clubs rumgedrückt, dass ich ihn Michael B. nennen darf. Deshalb hier aus „Auf dem Planeten des ewigen Regens“, weil die Fanta4 über ewigen Schnee (noch) nichts gesungen haben:

Ich habe oft von den Hügeln auf die Stadt gesehn
ohne meinen Blick zu zügeln und mich satt zu sehn
doch es war abzusehn - das Paradies endet hier
und selbst das Leben sagte jedem
Mensch kapier's oder krepier
Doch ihr wart tadellos tatenlos
und dadurch gnadenlos
gabt der Welt die am Rande stand den Gnadenstoß
jetzt heißt es jeder gegen jeden
da hilft kein Reden mehr
Ich würd vom Frieden singen
wenn das nicht vergeben wär


Im Kaffee nach dem Spaziergang habe ich kaum die Daumen aus dem Hosenbund genommen, die Füsse hochgelegt und den Milchkaffee geordert, schon spricht mich ein flüchtiger Bekannter an und legt mir seine Pläne offen, mit welchen Verhaltensweisen er sich ab nächste Woche das Rauchen abgewöhnen wird. Es gibt zahllose „Do’s“ und „Dont’s“ (Ge- und Verbote), ich zähle das Wörtchen „nie“ über zwölfmal bevor ich erschöpft weghöre, manche Verhaltensweisen hören sich komplexer an als der bemannte Marsflug durch Verschmelzung von Quanten und Gravitation.

Lags an der durchwachten Nacht oder sind Ex-Raucher bei X+107 mutigere neben-dem-Milchkaffee-trinken-Plauderer? Ich habe ihn erinnert an die Fabel „La laitière et le pot au lait“ (Die Bauernmagd und der Topf mit Milch) von Jean de La Fontaine, geboren 1621 in Château-Thierry in der Champagne, der als französischer Poet und Schriftsteller durch seine Fabeln in Versen die Fabel zum Kunstwerk erhob. Für die Frankophilen sind alle Fabeln original hier nachzulesen. Perrette, die Bauernmagd, bringt in dieser Fabel einen Topf mit Milch zum Markt. Auf dem Weg berechnet sie, wie häufig sie dies tun muss, um ein Huhn zu erhalten, wie viele Eier dieses Huhn zu legen hat um aus dem Gewinn ein Schwein und schliesslich eine Kuh zu erstehen. Abgelenkt von diesen Berechnungen stolpert sie und fällt hin, der Topf ist ausgelaufen und alle komplizierten Berechnungen haben ihre Grundlage verloren.

Die Fabel wird bei uns fälschlicherweise auch für den Begriff der „Milchmädchenrechnung“ verwendet in dem Sinne, dass Milchmädchen nicht rechnen können. Weit gefehlt: Diese Milchmädchenrechnung scheitert nicht an der Logik und Milchmädchen können sehr wohl rechnen. Sie scheitert daran, dass vor lauter Berechnung der Zukunft das unmittelbar vor einem Liegende nicht mehr das richtige Gewicht bekommen hat.

Bitte also, immer beides bedenken: was muss ich tun, um heute rauchfrei zu bleiben und was ist zu tun für die nächsten Wochen und Monate … dann werden den Kühen Flügel wachsen und sie werden uns fröhlich zufliegen . . .

Samstag, März 05, 2005

Teufeleien

Zu einer Zeit als das Wünschen noch geholfen hat und die Welt noch überschaubar war, als wir uns zum Einkaufen noch selbst bewegen mussten und wir im Kaffeegeschäft Kaffee und an der Tankstelle Benzin kauften gab es ihn schon …

„Gott ist widerlegt, der Teufel nicht“ hilft mir Friedrich Nietzsche ins Thema. Ich bin und war immer wieder erstaunt wie hier in rfo das Phänomen bezeichnet wird, das mit aller Kraft dafür sorgen will, dass wir wieder beginnen zu rauchen. Ist es, wie in der Offenbarung 12.7 beschrieben „der grosse Drache, die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan heisst“?

Mit dem Begriff „OTTO“ konnte ich, wie wohl die meisten, nichts anfangen – mein Onkel hiess so und er war alles andere als ein sabberndes und geiferndes Monster das mich langsam killen will als er als Kettenraucher an Lungenkrebs starb. Und der „Nikotinteufel“?

Der Teufel (von griechisch: Diàbolos = Verleumder, Durcheinanderwerfer, Verwirrer) oder Satan (von hebräisch: Schatan = Widersacher) wird in verschiedenen Religionen als eigenständiges Geistwesen angesehen. Der auch oft verwendete Begriff „Luzifer“ ist nichtchristlichen Ursprungs: In der Antike war Luzifer der Name für den Planeten Venus; im antiken Babylon wurde die Venus als „Morgenstern“ bezeichnet. Die römische Mythologie kennt Luzifer als Sohn der Aurora, der Göttin der Morgenröte, in der griechischen Mythologie „Eosphorus“. Da in Jesaja 14.12 ein aus den Himmeln hinabstürzender „Engel (genauer: Cherub) der Morgenröte” Erwähnung findet, konstruierten die Kirchenväter eine Parallele und gaben diesem ebenfalls den Namen „Luzifer“.

Eigentlich wollte die am 5. März 1955 in Ostberlin geborene Nina Hagen ja - wie ihre Mutter Eva Maria Hagen - Schauspielerin werden, doch die anvisierte Schauspielschule lehnte das Aufnahmebegehren ab. An mangelnder Begabung der 17-jährigen kann das kaum gelegen haben, eher schon am Stiefvater Wolf Biermann: Der berühmte Dissident und Liedermacher war zu dieser Zeit den Ostberliner Bonzen bereits ein Dorn im Auge. Wie wäre es heute also mit: „Wir leben immer ... noch“ von der „unbehagen“-LP von 1979 als Hörtipp?

Also der „Verwirrer“ ist doch schon ein sehr hübsches Bild … der „Widersacher“ sowieso. Alle Suchtexperten sind sich einig: Es ist wichtig das Suchtverlangen zu personalisieren aus seiner Anonymität und Unbegreifbarkeit herauszureissen und ihm gegenüberzutreten. Das Bild, das mir immer am besten gefallen hat war eine Mischung aus einem wahnsinnigen und gleichzeitig hyperintelligenten Alien das seine Larven in meinen Körper legen will um mich ganz langsam zu vernichten und einer sehr eng vertrauten Person, eine Freundin oder ein Freund, die nun alles daran setzten mich zu verletzten … hinterhältig und feige alle gemeinsamen Erfahrungen ausnutzend.

Denkt noch wer an die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.), auch Gemeine Rosskastanie oder Weiße Rosskastanie genannt? Sie ist eine von ca. 15 Arten der Rosskastanien (Aesculus) der Familie der Seifenbaumgewächse die ja bekanntermassen zu den Seifenbaumartigen gehören, diese zu den Rosenähnlichen in der Klasse der Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige – alles natürlich in der Abteilung Bedecktsamer. Ich red und red hier was doch alle schon wissen … Na in jedem Falle der Baum des Jahres 2005. Jede Rosskastanie ist bitteschön ordentlich zu knuddeln! Dabei bloss nicht die giftigen Kastanien essen! Unartige Ex-Raucher müssen heute das Pflanzengift ß-Aescin C54H84O23 nachmalen (Vorlage: http://www.giftpflanzen.com/giftklassen.html unter „Saponine“ zu finden). Ich kontrollier das heute Abend vor dem zubettgehn, aber sicher!

„Wer den Teufel an die Wand malt, spart Tapete“ lautet ein arabisches Sprichwort, ich aber ende heute mal für mich ganz ungewohnt versöhnlich mit Novalis: „Alle Ängstlichkeit kommt vom Teufel. Der Mut und die Freundlichkeit ist von Gott“ …

Freitag, März 04, 2005

Es ist nichts ...

Gehen jetzt nach X+100 die Zeiten los, in denen ein Stein den anderen ins rollen und ein graues Haar das andere bringt? Auch das Schiller-Jahr will heute keine Rettung bringen:

„Der Dilettant nimmt das Dunkle für das Tiefe,
das Wilde für das Kräftige,
das Unbestimmte für das Unendliche,
das Sinnlose für das Übersinnliche.“

Also es gibt ja so Tage, da ist einfach nichts passiert. Schön, Friedrich I. (Barbarossa) wird zum König gewählt (1152), die Verfassung der USA tritt in Kraft (1789) und die erste erfolgreiche Nierentransplantation am Menschen wird am Brigham Hospital in Boston durchgeführt (1954). Aber interessiert das auch nur einen Ex-Raucher heute?

In Italien verkündet am 4. März 2000 ein Urteil des Obersten Gerichtes, dass Strassenhändler auch weiterhin Markenfälschungen verkaufen dürfen. Einzige Bedingung: Sie müssen deutlich billiger als die Originale sein. Hätten Sie anderes erwartet? Oder nur zum Beispiel: 2001 stimmen die Schweizer in einer Volksabstimmung zu 76,7% gegen den EU-Beitritt der Schweiz - zum wievielten Mal eigentlich? Ist das etwa eine Schlagzeile wert? Selbst die Nachricht, dass vor einem Jahr in Innsbruck die Wok-Weltmeisterschaften stattfanden, interessiert doch wirklich niemanden und hat ja auch eigentlich gar nichts mit nicht-mehr-rauchen zu tun – wozu also erwähnen?

Oder nehmen wir mal die ganzen Komponisten und Musiker die an einem 4. März geboren wurden: Antonio Vivaldi, italienischer Komponist, geboren 1678 - soll ich Ihnen tatsächlich aus den Vier Jahreszeiten den „Winter“ als Hörtipp empfehlen und sie in tiefste Ex-Depressionen stürzen? Wer kennt schon Joseph Schmidt, Kammersänger und Kantor (1904), Bernard Haitink, niederländischer Dirigent (1929), Miriam Makeba, südafrikanische Sängerin (1932), Aribert Reimann, deutscher Komponist (1936), Eric Allandale, britischer Musiker (1936), Michael Wilson, britischer Musiker (1944), Robert Raymond, US-amerikanischer Musiker (1946), Uschi Brüning, deutsche Jazz-Sängerin (1947), Jan Garbarek, norwegischer Jazz-Saxophonist (1947), Chris Squire, britischer Musiker (1948), Shakin' Stevens, britischer Sänger (1948) und Chris Rea, britischer Sänger und Songschreiber (1951) – Zugegeben ich Klugscheisser kenn die schon ... Makeba und Garbarek verehre ich abgrundtief ... aber wer sonst? Und wozu erwähnen? Und wem hätte es geholfen?

Hat Ihnen wirklich die Information zum heutigen Glück gefehlt, dass der grosse Preis der Formel 1 von Südafrika, ausgetragen 1972 in Kyalami, von Denis Hulme auf McLaren/Ford gewonnen wurde vor Emerson Fittipaldi auf Lotus/Ford und vor Peter Revson auf McLaren/Ford? Den großen Preis der Formel 1 von Australien im Jahre 2000, ausgetragen in Melbourne, hat dagegen Michael Schumacher auf Ferrari gewonnen vor David Coulthard auf McLaren/Mercedes (Platz 2), und vor Rubens Barichello auf Ferrari (Platz 3). War es das, worauf Sie heute gewartet haben? War das es wert, heute nicht zu rauchen? Wohl kaum!

Oder, um ein noch hoffnungsloseres Terrain anzusprechen: Was um alles in der Welt sollte Sie beflügeln bei der Nachricht der Geburt von Heinrich dem Seefahrer, Prinz von Portugal im Jahre 1394, Hans Christoph Graf von Königsmarck, schwedischer Feldmarschall im Dreißigjährigen Krieg (1600), Otto Pannenbecker, deutscher Politiker der Zentrumspartei (1879), Georg Mayerhofer, deutscher Politiker der Bayernpartei (1894) oder gar Karl Hamann, Minister für Handel und Versorgung der DDR (1903). Wie nur könnte solche Information im Kampf gegen das Rauchen hilfreich sein?

Nein, nein das wird Ihnen alles nicht weiterhelfen ... Sie müssen heute schon selbst schauen, wie Sie sich zum nicht-rauchen motiviert kriegen. Ich komme Ihnen jetzt nicht mit den Todesdaten oder gar –arten von irgendwelchen Verstorbenen zu Hilfe! Selbst ist der Ex-Raucher.

Um auch noch Albert Einstein zu bemühen: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein“. Das bitteschön wollen Sie doch im Einsteinjahr nicht wirklich!

Donnerstag, März 03, 2005

Sprechstunden

Vermutlich wissen Sie nicht was Sie hier tun? Hier noch mal meine geänderten Sprechstunden:
Mo–Fr 10–13 Uhr
Undiskutiertes, Gelegenheits-Märtyrer
und Gebrauchs-Antipathie
Mo, Di, Do 14–18 Uhr
Absehen, Überdenken und Nachrücken

Ganz anders ...

Als Bildunterschrift unter dem heutigen Tag bitte einblenden: “Es ist alles ganz anders, als es aussieht, das müssen Sie mir glauben.“

Mittwoch, März 02, 2005

Entschuldigung

Vorab eine Entschuldigung. Ich muss mich sputen und etwas schneller schreiben als sonst. Ich hinke mit meinem Logbuch hinterher. Das Problem: Ich muss an zu vielen Briefings, De-Briefings, Recaps, Assessments und weiss der Henker was teilnehmen. In Konkurrenz dazu stehen vier Mahlzeiten und mindestens ein Mittagschläfchen pro Tag. Alle Meetings enden immer mit dem Satz: "...sofern der Plan hält." Danach dürfen dann alle Fragen stellen. Das ist der schlimmste Teil. Ich kann mir das Stöhnen kaum verkneifen und leide innerlich Tantalusqualen als Teil einer Gruppe, die einen mitunter auf Grundschulausflugsniveau degradiert ...

Klingelton-Volksverblödung

Muss Mensch erst Ex-Raucher mit zerrütteten Nerven sein um sich aufzuregen: Die Klingelton-Volksverblödung nimmt gar kein Ende mehr. Schnappi, Tweety ... nun Schnappis Freunde, witzige kleine Tierchen mit riesengrossen Kulleraugen sollen uns wieder etwas Hoffnung geben, dass Konsumterror und Neoliberalisierung von Arbeits-, Nicht-Arbeits- und Privatleben eine kuschelweiche Seite besitzen könnte. Auch wenn alles den Bach runtergeht, wenigstens können wir uns für schlappe 15.99 EUR noch mit Pli-Pla-Plüschmelodien versorgen.

Was bisher geschah

Also angefangen hat alles damit, dass die Schweizer bei Grandson den burgundischen Herzog Karl den Kühnen besiegen (1476) woraufhin Heidelberg im Zuge des französisch-pfälzischen Erbfolgekriegs erobert und durch die Franzosen verwüstet wird (1689). Das veranlasste 1882 Roderick Maclean ein Attentatsversuch auf die englische Königin Viktoria I. zu unternehmen und folglich erklärte Marokko seine Unabhängigkeit von Frankreich (1956). Warum 2004 die Eröffnung der Botschaft der Niederlande in Berlin durch Beatrix I. vorgenommen wurde, weiss selbst ich nicht ...

Die Farbe des Mülls

Hier noch eine Meldung aus der Rubrik Weltwissen: Die schwarzen Abfallsäcke werden derzeit in Zürich durch weisse ersetzt. Auf die Idee, dass weisse Müllsäcke das Stadtbild verschönern, kann man wahrscheinlich nur in der tiefgründigen Schweiz kommen. Die Säcke sind am Abfuhrtag (nicht früher!) vor 7:00 Uhr bereitzustellen. Nun sind vor sieben Uhr noch nicht viele Menschen unterwegs, und dunkel ist es dann meistens auch noch. Mir kommt da Lichtenberg in den Sinn, der sich fragte: „Was nutzt der schönste Sonnenaufgang, wenn man geschlafen hat“ ... schöne weisse Welt ...

Rory Galagher

Rory Gallagher, dessen Markenzeichen eine alte Fender Stratocaster war, wurde am 2. März 1948 in Ballyshannon, Irland geboren. Hörtipp daher der „Banker´s blues“ auf der 1973 veröffentlichen LP „Blueprint“.

Rectal Get Down

Ex-Raucher sind ja so sensibel und falls Sie schon lange das Gefühl haben, Ihr Name passt nicht zu Ihnen und zu dem Ghetto in das Sie das Schicksal verschlagen hat, werfen Sie doch mal den „The Goddamn Rock Solid Ghetto Shiznit Name Generator“ an und staunen Sie über Ihren neuen Namen. Meiner ist übrigens „Rectal Get Down“ und ich übersetz heute gar nix.

Dienstag, März 01, 2005

Martius

Der März ist der dritte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender. Er ist nach dem römischen Kriegsgott „Mars“ benannt, deshalb nannten ihn die Römer „Martius“. Der römische Kalender begann ursprünglich mit dem März als erstem Monat. Der alte deutsche Name ist „Lenzing“, eine veraltete Schreibung ist „Märzen“. Vergessen Sie alles, was Meteorologen heute über „Frühlingsanfang“ erzählen. Dieses ungebildete Gesindel kann nicht rechnen und hat daher vorsichtshalber ein paar Änderungen in der Astronomie beschlossen. Ganz sicher: Am 20. März ist die Tagundnachtgleiche - die Sonne steht genau über dem Äquator und geht damit genau im Osten auf und genau im Westen unter ...

Napoleons Revival

Ich bin heute bei X+102 noch immer in der Hunderterfeierei und gedenke Napoléon Bonaparte der am 1. März 1815 von seiner Verbannung auf Elba nach Frankreich zurückkehrt und seine Herrschaft der 100 Tage antritt ... wann kommt mein Waterloo?

Sind Ex-Raucher eitel?

Sind Ex-Raucher eitel? Den Spiegel ersetzt Ihnen die Suchmaschine: Einfach Ihren Vor- und Nachnamen eingeben und losgoogeln. Ungefähr 28.500 Treffer in 0,07 Sekunden für meinen Vor- und Nachnamen. Ist natürlich Fake, also noch mal und als Such-Option „mit der genauen Wortgruppe“ meinen Vor- und Nachnamen gesucht und immerhin 140 Treffer in 0,23 Sekunden. Ich beschliesse heute wichtig zu sein ...

Schade: Kein THC mehr in der Milch!

Jetzt wird es ernst: Nach Liechtenstein trifft es nun auch die Kühe in der Schweiz. Nie wieder ein glücklicher Rausch. Denn ab sofort gilt: Kein Hanf mehr als Futter an Milchkühe, Ziegen oder Schafe. Das hat der Schweizer Bundesrat entschieden. Damit wollen die Eidgenossen gegen Rückstände des berauschenden Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC) in der Milch vorgehen. Milch sei ein natürliches Produkt, in dem man keine psychotrope Substanz wolle, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft. In der Schweiz wird so genannter „Bauernhanf“ auf einer Fläche von rund 30 Hektar gepflanzt. In Deutschland haben sich die Futtermittelhersteller freiwillig auf eine Positivliste geeinigt, auf der Hanf als Futtermittel nicht auftaucht, wie es die Tage vom Verbraucherschutzministerium in Berlin hiess.

Womöglich verbieten die Eidgenossen für die armen Viecher demnächst auch noch das Bier und die Zigaretten. Also wenn ich Kuh wäre ... ich würde schon längst auf einer indischen Strassenkreuzung gemütlich den Schweizer Bauernhanf kauen, dazu ein frischgezaptes Tannenzäpfle (zur Not auch Jever) aus dem Trog schlürfen und in der anderen Hufe die von Kubanischen Schönheiten auf ihren kaffeebraunen Schenkeln handgerollte Kräuterzigarre. Wo kämen wir denn hin, wenn jede Regierung beschliessen könnte, was ich zu essen bekomme und was nicht?

Wo kämen wir denn da hin
wenn alle sagten wo kämen wir hin
aber keiner ginge um nachzusehen
wo wir hinkämen
wenn wir gingen?

Neues von Miller

Alton Glenn Miller, Jazz-Posaunist, Bandleader, Komponist und Arrangeur, wurde am 1. März 1904 in Clarinda, Iowa geboren. Ich erwähne das im übrigen nur, um auf seinen Tod zu sprechen zu kommen: Es gibt derzeit drei Versionen. Die erste besagt, dass er am 15. Dezember 1944 über dem Ärmelkanal umkam als zurückfliegende britische Bomber ihre nicht abgeworfenen Bomben in den Ärmelkanal fallen liessen und unbeabsichtigt das Flugzeug von Glenn Miller trafen – sehr heldenhaft. Die zweite Variante spielt ebenfalls über dem Ärmelkanal, geht aber davon aus, dass der Pilot es versäumte, das Flugzeug zu enteisen – nicht so heroisch. Die letzte und höchstwahrscheinlich wahre Version: Glenn Miller starb nicht in einem Flugzeug sondern in einem Pariser Bordell an Herzversagen – kein schlechter Tod aber in Kriegszeiten nicht heroisch genug für die amerikanische Wochenschau ...

Das Wetter

Das Wetter: „Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen“. Na der Anfang ist ja schon mal geglückt ... ich frier mir jedenfalls nen Wolf ...

... baden lernen

... baden gegen den Winterfrust. Von den Russen lernen, heisst baden lernen - Eiskaltes Baden gehört dort zum Alltag. Aber unbedingt ein Stück Bärenspeck mitbringen, den anständigen Wodka steuere ich bei.