Freitag, Januar 28, 2005

Unglückstage ...

Die Angelsachsen hielten den Freitag für einen solchen Unglückstag, dass sie jedes an einem Freitag geborene Kind töteten ... Jetzt heisst es also Obacht geben und mal einen Blick ins Horoskop werfen ...

Astro-Logisches

Heute hier eine hübsche Handvoll Handlungshinweise in hoffentlich hilfreicher Horoskopform für alle Ex-Raucher und nur für den 28. Januar:

Beruf: Ihre Ex-Raucher-Nerven liegen blank zwingen Sie sich dennoch zum Gang nach Canossa bei Ihrem Chef wie einstmals der deutsche König Heinrich IV., der auf der Burg Canossa in Oberitalien von Papst Gregor VII. vom Bann gelöst wurde, nachdem er seine Bußfertigkeit gezeigt hatte (1077). Kapitulieren Sie aber vor ungerechtfertigten Anfeindungen nicht vorschnell wie etwa Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg (1871). Wenn Sie sich übervorteilt fühlen, sollten Sie gleich Rädelsführer werden und in den Streik treten wie weiland der Spartakusbund um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg der 1918 zum Spartakusstreik aufruft.

Liebe: Kaufen Sie der/dem rauchenden Liebsten oder dem notorisch-nicht-rauchenden Partner, mal was richtig schönes und zugleich praktisches wie etwa 1998 der US-Konzern Ford den schwedischen Automobilhersteller Volvo kaufte. Lassen Sie heute nicht zu, dass jemand in Ihre Partnerschaft tritt und schon gar keine Pameligen Frauen in roten Badeanzügen über Silikonbusen oder gar BodyBuildBay Guards wie so ein Hasselhoff der United States Coast Guard (der Küstenwache der USA), die 1915 gegründet wurde.

Befinden: Setzten Sie sich nicht auf alles, was Sie gerne hätten wie 1932 als Japanische Truppen Shanghai besetzten und trauen Sie sich mal was wie die mutige BRD die 1957 den Bundesnachrichtendienst (BND) zum offizielles Staatsorgan erklärt. Meistern Sie alle Attacken heute souverän und mindestens so sehr wie Albanien das 1920 seine volle Souveränität erhielt. Und explodieren sie nicht gleich bei jedem Anlass wie die Raumfähre Challenger 1986 beim Start über Cape Canaveral.

Hobby: Heute wäre ein guter Tag einen Feuerzangenbowlehalter als Laubsägearbeit herzustellen und dabei an die 1944 stattgefundene Uraufführung der Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann zu gedenken. Lassen Sie sich aber bloss nicht zur Suchtverlagerung hinreissen: Auch Laubsägearbeiten sollten nicht mehr als 20 Stunden pro Tag durchgeführt werden!

Szene: Zeigen Sie sich und möglichst viel Ihrer rosafarbenen Haut - Sie können gar nicht extrovertiert genug auftreten und fragen Sie im Zweifel noch mal bei Jimi Hendrix nach, der 1967 erstmalig mit seiner Jimi Hendrix Experience in London auftritt, wie das so richtig heftig geht.

Sport: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wurde 1900 in Leipzig gegründet, gründen Sie heute doch mal einen neuen zum Beispiel mit durch-und-durch bestechlichen Teilnehmern die sich alle gegenseitig schmieren und am Ende weiss keiner mehr, für wen und warum er noch spielen soll ... aber passen Sie auf, dass der MV nicht gleich wieder Präsi werden will – klingt ja zu verlockend für ihn.

Sternzeichen Widder

Meines für Freitag, den 28. Januar 2005 - seit 70 Tagen rauchfrei - (im Sternzeichen Widder): Befinden: Treiben Sie Sport, aber nur in Maßen. Liebe: Nehmen Sie ein bisschen mehr Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse des Partners. Geld: Akzeptieren Sie Ihre Finanzlage so, wie sie ist. Beruf: Gehen Sie bitte etwas besonnener vor ... alles gaaaanz schön oberöde und klingt wie der lustige Nachmittag im Altersheim ... und gar nicht wie „lebe wild und gefährlich“ oder „wenn Du alles im Griff hast, fährst Du einfach zu langsam“ ...

... was sollte ich heute tun? Etwas mit Mass betreiben, ein bisschen akzeptieren, dabei besonnen vorgehend? Wieviele Leben habe ich noch gleich, dass ich einen Tag so mittelmässig vertrödeln kann? Muss gleich kurz mal beim Schöpfer nachfragen, hoffentlich ist heute Nachmittag Bürgersprechstunde ...

Donnerstag, Januar 27, 2005

Die Wunder ...

„Die Wunder ruh'n, der Himmel ist verschlossen“ hilft uns Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805) im Schiller-Jahr 2005 ins heutige Thema. Ich glaube bei X+69 an Wunder, denn ich bin selber eins oder, um mit Michel de Montaigne zu sprechen: „Ich habe auf dieser Welt kein ausgesprocheneres Ungeheuer und Wunder gesehen als mich selbst“ ... Es soll heute darum gehen, dass Ex-Raucher auch Unmögliches vollbringen können und daran glauben können, dass Unmögliches geschehen kann ...

Als „Wunder“ gilt in einem magisch-mythischen Verständnis und auch in vorwissenschaftlicher Sicht all das, was über das Alltägliche und Gewöhnliche herausgeht und in diesem Sinn als "wunderbar" hervorragt. Philosophische Reflexion wird präziser formulieren und als Wunder all jene Ereignisse und Geschehnisse anführen, die sich außerhalb der geltenden Ordnung der natürlichen Gesetze ereignen. Gegenüber der Möglichkeit von Wundern sind verschiedene Standpunkte möglich: Der weltanschauliche Agnostizismus und Skeptizismus, der sich als Rationalismus, aber auch als Empirismus darstellt, hinterfragt jede Möglichkeit von Wundern; ebenso der Atheismus. Theistische Religionen und damit kompatible Philosophien rechnen grundsätzlich mit der Möglichkeit von Wundern, teilweise begründen sie sich auch darauf.

Liebe Ex-Raucher, muss denn jede Kröte, die uns das Leben vorsetzt, gleich geschluckt werden? Probieren wir's doch zuerst mit einem Kuss. Vielleicht verwandelt sie sich dann in einen Prinzen. „Wunder geschehen plötzlich“ so Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799), „sie lassen sich nicht herbeiwünschen, sondern kommen ungerufen, meist in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und widerfahren denen, die am wenigsten damit gerechnet haben“. Oscar Wilde (1854 - 1900) ist da skeptischer: „Ich glaube nicht an Wunder. Ich habe ihrer zu viele gesehen.“ Die Apostelgeschichte 5.12 sieht ihrer auch viele: „Es geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel“. Der strenggläubige Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821 - 1881) berichtigt: „Der Mensch verlangt nicht so sehr nach Gott als nach dem Wunder“. Und Gotthold Ephraim Lessing sieht sich veranlasst, anzumerken: „Der Wunder höchstes ist, dass uns die wahren, echten Wunder so alltäglich werden können“.

Mit Klages sollten wir freilich bedenken: „Alle warten auf Wunder, aber keiner schaut mal vor die Tür“. Auch Wilhelm Raabe (1831 - 1910) warnt uns, dass „Wunder“ häufig übersehen werden: „Die größten, Wunder gehen in der größten Stille vor sich.“

Charles Lutwidge Dodgson wurde am 27. Januar 1832 in Daresbury geboren. Uns besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Lewis Carroll“, war er ein britischer Schriftsteller, Mathematiker und Fotograf. Er ist der Autor von Alice im Wunderland, und Alice hinter den Spiegeln. Mit seiner Befähigung für Wortspiel, Logik und Fantasie schaffte er es, sehr unterschiedliche Leser zu fesseln. Seine Werke sind bis heute populär geblieben und haben nicht nur die Kinderliteratur, sondern auch Schriftsteller wie James Joyce oder Douglas R. Hofstadter beeinflusst.

In „Alice hinter den Spiegeln“ behauptet Alice gegenüber der weissen Königin, es sei unmöglich, die Zeit rückwärts zu durchlaufen. Die weisse Königin antwortet, dass Unmögliches zu glauben nur eine Frage der Übung sei. Sie selbst habe in jungen Jahren teilweise bis zu sechs unmögliche Dinge schon vor dem Frühstück geglaubt ...

Das grösste unzerstörbare Wunder ist nach Jean Paul der Menschenglaube an Wunder ... Gibt ja so Tage, da glaube ich nur an die Wunder, die ich selbst vollbringe ... immerhin Unmögliches glauben ... Zuversichtlicher noch wäre der Rat: „Glauben Sie nicht an Wunder, verlassen Sie sich auf sie!“

Mittwoch, Januar 26, 2005

Relativ gequantet ...

Spieglein, Spieglein ... ich bedanke mich artig bei Robert Newmannn geboren heute vor 80 Jahren in Celveland, Ohio und schönster Mann der Welt. Immer, wenn ich morgens mein Spiegelein befrage, nach dem schönsten Mann, bekomme ich zur Antwort, dass ich der schönste Mann in meiner Mietskaserne bin aber hinter dem grossen Wasser gäbe es einen Neuen Mann der sei noch tausendmal schöner ... Das kann ich bei X+68 gut verkraften und vielen Dank auch an mein Spiegelein das so beinhart lügen kann was mich betrifft ...

Einstein-Jahr 2005: Auch der letzte gescheiterte Germanist und Volontär der Lokalzeitung, die Bäckereifachverkäuferin im zweiten Ausbildungslehrjahr, sogar der Gehilfe des Tankwarts fühlt sich berufen mir das EgleichMCQUADRAT tagtäglich und ungefragt neu zu deuten. Die auf Einsteins Theorie basierenden Urknallmodelle eignen sich übrigens vorzüglich, die Entwicklung des nicht-rauchenden Universums als Ganzes zu beschreiben, mit anderen Worten: Ex-Raucher-Kosmologie zu betreiben.

Bewegte Uhren gehen langsamer; bewegte Massstäbe werden kürzer - das sind nur zwei der ungewohnten Eigenschaften der Einsteinschen Welt, die uns lehren, dass sich Ex-Raucher nicht bewegen sollten, weil sonst die Tage bis zum nächsten Pokalhüpfen ja noch länger dauern. Noch flexibler wird die Geometrie von Raum und Zeit in der Allgemeinen Relativitätstheorie in der das nicht-mehr-rauchen sehr relativ wird.

Wie Längen- und Zeitmaße von Ort zu Ort und sogar von Zeit zu Zeit variieren, ist in dieser Theorie untrennbar verknüpft mit dem grundlegenden Phänomen der Gravitation: Wenn wir nur schnell genug nicht-mehr-rauchen können wir als Folge der einsetzenden Raumkrümmung am Ende gar nicht mehr sagen wo wir jetzt eigentlich nicht-mehr-rauchen. Verzerrungen der Raumgeometrie können sich wellenartig ausbreiten (die so genannten Gravitationswellen). Wird an einem Ort genügend Masse versammelt, kann sich die betreffende Raumregion regelrecht von der Außenwelt abkapseln, und ein Schwarzes Loch entsteht. Ich sollte also doch darauf achten nicht zu viel Gewicht zuzunehmen, um nicht nicht-rauchend aber als Schwarzes Loch zu enden!

Quantentheorie und Allgemeine Relativitätstheorie zu einer Theorie der Quantengravitation zu vereinigen, ist ein bislang unerreichtes Ziel der theoretischen Physik. Hier könnten Ex-Raucher schadlos überschüssige Energien ausleben und Nobelpreise einheimsen – das Preisgeld aber bittschön mit mir teilen! Als Einstieg und damit Sie den Gehilfen des Trankwarts schlagfertig berichtigen können, wenn er sie wieder falsch zutextet über relative Benzinpreise: http://www.einstein-online.info/einsteiger/index.html.

Auf der Frage „wer war Präsident der USA für einen Tag?“ antworten Sie in Zukunft bitte beim 10 Milliarden Euro-Quiz: Der am 26. Januar 1886 gestorbene David Rice Atchison, war am Sonntag, 4. März 1849 übergangsweise Präsident der USA zwischen James Knox Polk und Zachary Taylor. Die Präsidentschaft Polks endete am 4. März 1849 um 12 Uhr Mittags. Weil dies aber ein Sonntag war, wollte sein religiöser Nachfolger Taylor erst am Montag vereidigt werden. Atchison, Vizepräsident des Senats wurde daher für 24 Stunden Präsident. Atchison fasste während seiner Präsidentschaft keine Beschlüsse: Da er eine lange Nacht hinter sich hatte, soll er den Tag seiner Präsidentschaft überwiegend schlafend in seinem Bett zugebracht haben – was sicher schon damals zur Politikverdrossenheit beigetragen hat.

Verwirrt vom nicht-mehr-rauchen in gekrümmten Räumen? Gefangen im Schwarzen Entzugs-und Gewichts-Loch? Alle Nikotinpflaster und Kräuterzigaretten relativ gequantet? ... „Woher kommt es, dass mich niemand versteht und jeder mag?“ na immerhin hat Albert der Kluge das 1942 schon erkannt ...

Dienstag, Januar 25, 2005

Der schwarze Mann

Zuerst das Wetter: „Wenn's St. Pauli regnet oder schneit, folget eine teure Zeit“. Der 25. Januar ist ein katholischer, evangelischer und anglikanischer Gedenktag, der an die Bekehrung des Apostels Paulus vor Damaskus erinnert.

„Ich weiß nicht, ob das Leben dies ist oder das“ (aus: Die Wellen) verunsichert mich X+67 Ex-Raucher heute Adeline Virginia Woolf (geb. Stephen), Schriftstellerin und Idol der Frauenbewegung ihrer Zeit: Sie wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und starb am 28. März 1941 durch Selbsttötung. Mein dringender Lesetipp daher heute "Orlando" von 1926.

Und der Hörtipp gleich hinterher, heute aus Mangel an Gelegenheit aus dem Internet:

Ein Alptraum nur - die Feuer lodern,
Verzweifelt keuche ich im Schlaf...
Verflucht sei es, soll es vermodern!
Dann wird es hell, jedoch nicht besser,
Denn auch der Morgen bringt es nicht -
Trüb scheint die Sonne ins Gewässer, -
Halb tot vor Wodka, Rauch und Gicht.

Und in der Kneipe - alles blau,
Es blitzen weiß Servietten...
Ein Himmel für die arme Sau,
Für mich - ein enger Käfig.
Dann in die Kirche - Dunst und Staub,
Mir schmerzen alle Sinne...
Die Priester suhlen sich im Laub
Und spucken in die Rinne.
...

Wladimir Semjonowitsch Wysotski, geboren am 25. Januar 1938 in Moskau, war ein russischer Schauspieler, Dichter und Sänger. Gänzlich unbekannt bei uns, ist er in den Ländern der ehemaligen UdSSR vielen Millionen Menschen vor allem wegen seiner Lieder ein Begriff. Das Russland seiner Zeit war geprägt von einem übermächtigen Staat und einer gleichgeschalteten Gesellschaft, von unterschwelliger Unterdrückung und permanenter Angst. Wysotsky war kein Revolutionär, aber er sah die Missstände in seinem Land und die tiefempfundene Liebe zu seinem Volk verbot es ihm, dazu zu schweigen. Von den Machthabern gehasst und gefürchtet, von den Menschen als einer der ihren geliebt und verehrt, hörte er zeit seines kurzen Lebens nicht auf, zu kämpfen. Der schwere Alkoholiker und Kettenraucher starb im Alter von nur 42 Jahren. Sein Begräbnis war die grösste nicht staatlich verordnete Demonstration, die Moskau je gesehen hatte. „Einer unserer eigenwilligsten, einzigartigsten und unvergleichbarsten Meister ist gegangen“ so sein Freund, Schauspieler und Regisseur Michail Uljanov auf der Trauerfeier im Taganka-Theater.

Mein schwarzer Mann in schlichtem Grau,
der war Minister, Hausverwalter, Offizier.
Die Masken wechselnd wie ein böser Clown
schlug er mich nieder ohne hinzuschaun.

Sie brachen mir die Flügel, lächelnd.
Ich mußte winselnd mich ergeben.
Vor Schmerzen stumm, ohnmächtig hechelnd,
flüsterte ich noch: Danke, für mein Leben.

... (aus „Der schwarze Mann“)

Montag, Januar 24, 2005

Elixiere des Teufels

Das unwichtigste der 24. Januare zuerst: Johannes von Gaeta wird zum Papst Gelasius II. gewählt (1118). Im Gefecht auf der Doggerbank zwischen der deutschen Marine und der Royal Navy sinkt der deutsche Panzerkreuzer SMS Blücher (1915). In den USA bringt die Brauerei "G. Krueger Brewing Co" in Zusammenarbeit mit der "American Can Company" das erste Bier in Getränkedosen in Umlauf (1935). Deutschland: Das Gesetz zur Sicherung des Straßenverkehrs tritt 1953 in Kraft. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Pakistan (1970). Voyager 2 erreicht Uranus (1986) und Razorblade Romance, die erste CD mit Kopierschutz kommt auf den deutschen Markt (2000).

Kennen Sie das? Sie kränkeln zum Beispiel bei X+66, haben den Durchhänger und jemand „tröstet“ Sie, indem er altklug erklärt, da gebe es aber Schimmeres?

Ein Mensch, dem's ziemlich dreckig geht,
Hört täglich doch, von früh bis spät,
Daß ihm das Schicksal viel noch gönnte
Und er im Grunde froh sein könnte;
Daß, angesichts manch schwererer Bürde
Noch der und jener froh sein würde,
Daß, falls man etwas tiefer schürfte,
Er eigentlich noch froh sein dürfte;
Daß, wenn genau man's nehmen wollte,
Er, statt zu jammern, froh sein sollte,
Daß, wenn er andrer Sorgen wüßte,
Er überhaupt noch froh sein müßte.
Der Mensch, er hört das mit Verdruß,
Denn unfroh bleibt, wer froh sein muß.

Die „Unerwünschte Belehrung“ von Eugen Roth, geboren am 24. Januar 1895 in München. Als er 1933 seinen Job als Lokalredakteur verlor, zog er sich in die Comedia dell'Arte zurück, die er um die Figur „des Menschen an sich“ bereicherte.

„Smoke now, die later” (Rauch jetzt, stirb später) flüstert überraschend anglophil der Nikotionteufel und legt mir fürsorglich die Gauloises ans Krankenbett – ich verscheuch ihn ärgerlich: Jetzt wo ich aufgehört habe zu rauchen, werde ich vermutlich völlig gesund sterben!

Wilhelm Grimm sagte über ihn: „Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende“. Heinrich Heine und Adalbert von Chamisso verehrten ihn ebenso wie Honoré de Balzac, George Sand und Théophile Gautier. Einflüsse seiner Dichtkunst werden bei Victor Hugo, Charles Baudelaire, Guy de Maupassant, Alexander Puschkin und Fjodor Dostojewski, aber auch bei Edgar Allan Poe gesehen: Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren. Er war ein Schriftsteller der Romantik, Jurist, Komponist, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist. „Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten, gelangt zur Wahrheit“: Erkundigen Sie sich doch heute mal über „Die Elixiere des Teufels“ im Gutenbergprojekt. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, deshalb auch gleich den Hörtipp: für mich heute bitte seine Messa d-moll (1805). Und das Adagio schön laut, bitteschön ...

Zum Schluss für alle Kränkelnden noch die Gewissheit des „Gleichgewicht“ von Eugen Roth:
Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.

Noch ein Arzt? Also hier:
Arzt zum Raucher: Tut mir leid, aber wir müssen ihnen leider das Bein abnehmen. Sagt der Raucher: Gott sei Dank, ich dachte schon sie wollten mir das Rauchen verbieten ...

Sonntag, Januar 23, 2005

Pommes rotweiss

"Den großen Weg, den ich zu steuern habe, kenne ich wohl, aber von den Abenteuern, die sich mir einzeln entgegenstellen werden, ahne ich bei weitem mehr, als ich weiß" tröstet uns Ex-Raucher-Abenteurer über die ungewisse rauchfreie Zukunft heute Friedrich Heinrich Karl Freiherr de la Motte Fouqué in der Vorrede zum Zauberring. Fouqué, deutscher Dichter der Romantik, starb verlassen und vergessen am 23. Januar 1843 in Berlin.

"... sitzen sie dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl" ... was sich hier wie „Paradies II“ anhört, ist ein Zitat Martin Luthers das mich Gourmand verzückt stimmt. Ich kann ja bei X+65 gar nicht genug fressen ... und wir essen ja nicht, was uns schmeckt, sondern es schmeckt uns, weil wir essen. Die Vorlieben für geröstete Heuschrecken, Grünkohl mit Schweinebacke, faule Eier, gekochte Kalbsköpfe, rohe Maden, Blutwurst oder Hühnerfüsse, die wir Homo sapiens in verschiedenen Kulturen hegen, sind uns nicht in die Wiege gelegt, sie sind uns durch Gewohnheit anerzogen. Zu den Eigenschaften der Spezies Homo Sapiens, die dieser seit ihren Kindertagen im Urwald das Überleben sichert, gehört auch die Freude am Bekannten: Was den Urwaldaffen beim ersten Mal nicht getötet hat, das isst er immer wieder. Sehr experimentell orientierte Stammesgenossen taten dies nicht allzu lange ohne an giftigen Beeren und Pilzen zu sterben ...

Deswegen essen wir heute noch an jeder Autobahnraststätte Wiener Schnitzel mit Pommes. Immer? Nein, denn es gibt noch eine weitere genetische Programmierung: Der (kurzfristige) Überdruss nach übermässigem Genuss von Lieblingsspeisen ist ebenfalls genetisch programmiert: Wir werden angeregt die Nahrung abzuwechseln und unsere Urwaldaffenschwestern und -brüder die tagtäglich und immer nur Wiener Schnitzel mit Pommes gegessen haben sind wegen Nährstoffmangel ausgestorben. Die überlebenden Mitglieder der Spezies bleiben also von Natur aus der gewohnten Nahrung treu und wecheln innerhalb eines kulturell geprägten Nahrungsspektrums ... also ich denk mal über Currywurst nach, nicht dass ich jetzt aussterbe ...

... wie Helmut Newton (2004), Victor Pasmore (1998), Salvador Dalí (1989), Joseph Beuys (1986), Pierre Bonnard (1947), Edvard Munch (1944) Gustave Doré (1883) und John Hoppner (1810), die sich den 23. Januar zum Sterben ausgesucht haben.

Django Reinhardt wurde dagegen am 23. Januar 1910 als Jean Baptiste Reinhardt in Liberchies in der Nähe von Charleroi, Belgien geboren, wo die Reinhardt-Familie ihr Winterquartier aufgeschlagen hatte. Der Gitarrist, Komponist, Bandleader und Arrangeur hat wie kein anderer den jazz manouche (Sinti-jazz) geprägt. Als Schmacht-Hörtipp heute eines meiner Lieblingsstücke "Nymphéas" (Seerosen) von 1942.

Viele denken ja, dass der "Gourmet" der Feinschmecker und der "Goumand" der Vielfrass ist. Leider nur fast richtig: "Gourmet" kommt etymologisch vom altfranzösischen "gormet" oder "gromet" und bedeutete "der Gehilfe des Weinhändlers". Später wurde es zum Synonym für einen Weinkenner, der auch was vom Essen verstehen kann, aber freilich nicht muss. "Gourmand" heisst naschhaft, gefrässig. Ein "Gourmand" ist mithin ein Schlemmer, jemand der gerne isst. Insofern schliessen sich "Gourmet" und "Gourmand" nicht aus. Das trifft sich gut und ich nenn mich frech beides und bestell noch eine Currywurst mit Schaschlik-Sauce und eine halbliter Dose europäischer Wein ... lecker, lecker und die seit nicht-mehr-Rauchzeiten erblühten Geschmacksnerven werden auch nicht gleich überfordert ... oder doch noch mal ein Wiener Schnitzel mit Pommes rotweiss? ...

Samstag, Januar 22, 2005

Zweifel und Gewissheit

Der 22. Januar ist eigentlich ein hervorragend geeigneter Tag um jemanden technisch KO zu schlagen. Aus den zahllosen Beispielen sei hier nur George Foremann erwähnt der Joe Frazier in Kingston, Jamaika 1973 abgefrühstückt hat oder etwa Mike Tyson der 1988 Larry Holmes in Atlantic City zu den Brettern schickte. Tun Sie sich also keinen Zwang an und vergeuden Sie Ihre Aggressionen nicht an der besseren Hälfte: Ran an den wirklichen Feind ... und geben Sie ihm Saures ...

Andererseits könnte heute ja auch die ein oder andere „Erbfeindschaft“ begraben werden eingedenk des am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Pariser Elysée-Palast unterzeichneten Elysée-Vertrages. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik ... ach deshalb telefoniert der Franzose immer mit der Doris Schröder-Köpf!

„Wenn ein Mensch mit Gewissheit beginnt, wird er in Zweifeln enden, aber wenn er sich damit begnügt, mit Zweifeln zu beginnen, wird er mit Gewißheit enden. Beginne daher mit deinen Zweifeln!“ Hilft den zweifelnden Ex-Rauchern der am 22. Januar 1561 in London geborene Francis Bacon, englischer Philosoph, Staatsmann und Naturwissenschaftler. Er führte den Kampf gegen die Idole (Trugbilder), die die richtige Erkenntnis der Welt verhindern. Bacon unterschied
die Idole des Stammes (idola tribus): Sie entstellen die Widerspiegelung der Dinge im Bewusstsein des Menschen, da der Mensch der Natur der Dinge ein Teilchen seiner eigenen Natur hinzufügt;
die Idole der Höhle (idola specus) bringen nach Bacon in die Widerspiegelung der Dinge individuelle Besonderheiten jedes Menschen hinein;
die Idole des Marktes (idola fori) sind das Ergebnis der Fehlerhaften Verwendung der Wörter
und die Idole des Theaters (idola theatri), die Phantasievorstellungen, sind falsche Lehren, die den Menschen vom richtigen Weg abbringen.
Will man dem verderblichen Einfluss der Idole entgehen, muss man sich nach Francis Bacon der Empirie zuwenden.

In dem Fragment „De Interpretatione Naturae Prooemium“, wahrscheinlich um 1603 geschrieben, analysiert Bacon seine eigene Psyche. An Arroganz hat es mir ja zeitlebens nicht gefehlt, aber bei X+64 fühle ich mich weit über den gemeinen Dingen und bin daher sehr trefflich gut beschrieben, bei den einleitenden Worten „Ego cum me ad utilitates humanas natum existimarem,“ („Seit ich von mir denke, zum Vorteil der Menschheit geboren zu sein ...“).

In der Diskussion um das Verhältnis von Wissenschaft und Religion vertrat Francis Bacon übrigens die Lehre von der „doppelten Wahrheit“. Das könnte uns Ex-Raucher im Zweifelsfalle auch weiterbringen: Jede(r) hat recht, ist alles nur eine Frage der Perspektive ... obs dann am Ende Menschen gibt die mehr recht haben wollen? Ich zweifle daran nicht, soll Bacon mir dann zur Gewissheit helfen ...

Hier noch der Filmtip für alle heldenhaften Ex-Raucher: „Coffee and Cigarettes“ (2004) unter der Regie von Jim Jarmusch, geboren am 22. Januar 1953 in Akron, Ohio. Ich Tölpel habe die DVD leiderleider verliehen deshalb ... verschlafe ich nun das Wochenende, habe die Woche wohl zuwenig vom Schlafkonto abgehoben, jetzt also ran ans Angesparte ... und mein Vorbild sei heute das ...

... Faultier, das rund 18 von 24 Stunden täglich schläft. Aber nenne mich niemand einen Oberfaulen denn noch fauler ist sicher der Koalabär, eigentlich ein Beuteltier und kein Bär, der bis zu 22 Stunden am Tag schläft. Zugegeben, damit erzwingt Mensch weder technisches KO noch den Weltfrieden ... aber das muss ich heute auch nicht ... ausnahmsweise mal nicht – übermorgen wieder, versprochen!

Mittwoch, Januar 19, 2005

Schnäppchenattacke

Was bisher geschah (am 19. Januar): Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) war kaum gegründet (1838), als die Uraufführung der Oper „Il trovatore“ (Der Troubadour) von Giuseppe Verdi (1853) stattfand und erstmals Frauenwahlrecht zum deutschen Reichstag (1919) gewährt wurde worauf kurze Zeit später das Brettspiel „Scrabble“ das Licht der Welt erblickte (1955) was zur Folge hatte dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower sein Amt an John F. Kennedy (1961) übergab. Kurz darauf läuft in Emden, Deutschland, der letzte VW-Käfer läuft vom Band (1978) und auch Masako Chiba aus Japan, läuft und zwar den Halbmarathon der Damen in Weltrekordzeit von 66:43,00 Minuten (1997).

„Oh Lord can you by me a Mercedes Benz, …” (“Lieber Gott kannst Du mir einen Mercedes kaufen) fragt die am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas als Tochter eines evangelischen Priesters geborene Janis Joplin und treibt mich damit direkt in die nächste Schnäppchenattacke ...

Übersteigertes Konsumverhalten ist als „Konsumismus“ (engl. Consumerism) ein seit den 70er Jahren geltender Begriff, der u.a. von Piere Paolo Pasolini gebraucht wurde, um den Konsumgebaren in den westlichen Gesellschaften zu beschreiben. Pasolini formulierte die provokante These, dass der Konsumismus eine neue Form des Totalitarismus sei, weil er mit dem Anspruch einher geht, die Konsumideologie auf die gesamte Welt auszudehnen. Eine Folge ist die Zerstörung der Vielfalt von sozialen Lebensformen und die Einebnung der Kulturen in einer globalen konsumistischen Massenkultur, die die Unabhängigkeit mit der Pflicht zum Konsumieren verbindet und die Menschen veranlasst, mit dem Gefühl von Freiheit die Konsumimperative zu erfüllen ...

... Ich kaufe also bin ich: Als Ex-Raucher habe ich auch nach 61 Tagen meine neuen Kosumangewohnheiten noch immer nicht im Griff. In der Etage stapeln sich die - meist unausgepackten – Belohnungskäufe, öffne ich meinen Kofferraum, stelle ich erstaunt fest, dass die Beute der letzten Schnäppchentour sich noch dort befindet. Kein Lädchen und Büdchen im Umkreis von 20 Kilometern das mich nicht zu seinen besten Stammkunden zählen würde – einzigallein mein Zigarettenhändler schaut mir zunehmend verzweifelt hinterher, meine Rabatt-, Treue- und WasauchimmerClub-Punkte sind Legion und unüberschaubar ...

1966 begann ihre nur vierjährige Karriere und kurz vor Ende der Aufnahmen zu ihrer dritten Columbia-LP, Pearl, wurde sie am 4. Oktober 1970 in einem Motelzimmer in Los Angeles tot aufgefunden. Laut Eric Burdon stirbt die „Königin der Rockmusik“ nicht an einer Überdosis Heroin, sondern an einer Überdosis Janis ... „I can’t talk about my singing: I’m inside it. How can you describe something you’re inside of” („Ich kann nicht über meinen Gesang reden: ich bin in ihm. Wie kann man etwas [äusserlich] beschreiben in dessen Inneren man ist“) Für den Hörtipp gegen Schmacht und Paradiesverlangen .... empfehle ich „I got dem ol’ kozmic blues again mama“ 1969 bei Columbia aufgelegt. Hier geht’s lang.

„Die entsprechenden Dispositionen, die eine innere Leere, Langeweile, Überdruss und chronische Depressivität im Akt des Kaufens oder Konsumierens kompensierbar machen, gehören zum Charakterbild des modernen Käufers.“ Zum freien und unabhängigen Dasein brauchts nun mal den täglichen Konsumrausch ... Hilfeeeeee, ich muss schon wieder kaufen gehen ...

Nackte Angst vor der täglichen Entscheidungshölle in der Überflussgesellschaft lässt mich erstarren: Ich werde mich jetzt am Heizkörper anketten und mich erst heute Abend nach 20 Uhr wieder auf die Strasse wagen – wenn alle Büdchen und Boutiquen mit Eisengitter verriegelt und verrammelt sind ... aber wer sammelt dann die Clubpunkte?

Dienstag, Januar 18, 2005

gaaanz genauso ...

„Nichts Niemand Nirgends Nie!: Nichts Niemand Nirgens Nie!: (die Dreschmaschine rüttelte schtändig dazwischen, wir konnten sagen & denken was wir wollten. Also lieber bloß zukukken.)“ aus „Kaff auch Mare Crisium“, Ländliche Erzählungen, 1960 von Arno Otto Schmidt, geboren am 18. Januar 1914 in Hamburg. Schmidt war nach 1945 der bedeutendste Schriftsteller im deutschen Sprachraum; die Verbindung von traditionellem Erzählen und avantgardistischer Schreibtechnik begründen seine einzigartige Stellung. Arno Schmidt übersetzte darüber hinaus zahlreiche Werke aus dem Englischen ... Auf der Webseite der Arno-Schmidt-Stiftung erscheint seit dem 15. März 2002 täglich ein „Zettel“ aus seinem Hauptwerk „Zettels Traum“. Wer im Besitz der limitierten, signierten Auflage von 1970 bei Stahlberg ist, schweige besser eindringlich, für dieses Buch kann ich töten und Arno Schmidt hätte mich gewiss verstanden ...

Jedes Jahr sterben in der Europäischen Union mehr als eine halbe Million Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Rauchens. Somit ist die Nikotinsucht die bedeutendste vermeidbare Krankheits- und Todesursache. „Rauchen kann tödlich sein“ steht gross auf den blauen Schachteln, die noch immer überall bei mir rumliegen und deren Inhalt bei X+60 so langsam austrocknet ... woher kommt denn der Konjunktiv? „Smoking kills“, „Roken is dodelijk“, „Fumer tue“ oder etwa „Fumar puede matar“ – Finde nirgends einen Konjunktiv? Also welche deutsche Zigarettenmafia ist denn da unterwegs?

Könnten Sie eigentlich blitzgescheit das Nullmorphem erklären oder wenigstens zur Not jemandem die Abseitsfalle? Mindestens letzteres könnte Nia Tsholofelo Künzer, deutsche Fußballerin und am 18. Januar 1980 in Mochudi, Botswana als Tochter zweier Entwicklungshelfer geboren. „Nia“ bedeutet auf Swahili so viel wie „Ich will“, während „Tsholofelo“ für „Hoffnung“ steht. Da war der Name mal Programm, denn bekannt wurde sie durch ihr Golden Goal im Finale der Frauen-Fußball-WM 2003 für Deutschland gegen Schweden. Das Tor reichte zum 2:1-Sieg und somit zum Gewinn der Weltmeisterschaft und wurde später zum Tor des Jahres gewählt. Nochmal ein Kotau von mir für den paradiesischen Faux pas vorgestern und die förmliche Entschuldigung ...

... „Nee, Matta, watte machs, machse verkehrt ... als Mann“ wissen die Missfits, ein deutsches Frauenkabarettduo, bestehend aus Gerburg Jahnke (geboren am 18. Januar 1955 in Oberhausen) und Stephanie Überall, mir beizustehen. Als Hörtipp heute daher: „Jetzt mit noch mehr Männer“ (2001) mit Frau Geisimeisi-Feminispräch, Frau Nölle-Letztebinde, die grimmige Clofrau und Frau Schnick-Hektik, Ablaß-Krause und alle alle, die man kennt oder kennen sollte ...

Sind Sie Schweinehirt, Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Ritter, Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Bauer, Totengräber? Wollen Sie keine Feuersnot, Hautkrankheiten, Lepra, Pest, Syphilis, Feuer und Viehseuchen? Haben Sie Haustiere, vor allem Schweine? Dann sollten Sie wissen, dass heute gebotener Gedenktag für Antonius „den Großen“ ist, Einsiedler und Mönchsvater, geboren um 250 in Kome, dem heutigen Kema bei Heraclea, gestorben ca. 356 in Tabennisi. Sein Name bedeutet übrigens „der vorne Stehende“ (lat. „aus dem Geschlecht der Antonier“). Das Jahreswetter: „Wenn Antoni die Luft ist klar, so gibt es ein trocknes Jahr!“

Und auf „Rauchen kann tödlich sein“ ... habe ich früher geantwortet: „Leben ist tödlich“ und hatte und habe auch noch recht! Zum Ausklang nochmals Schmidt aus „Die Umsiedler“: „Ich finde Niemanden, der so häufig recht hätte, wie ich!“ Sehe ich genauso, Arno – aber gaaanz genauso und sage Tschüss, Adieu oder besser bissi Tage ...

Montag, Januar 17, 2005

Von Nullen umgeben

Es gibt seltsame Tage und der 17. Januar gehörte häufiger dazu: James Cook überquert bei seiner zweiten Reise als erster Mensch den südlichen Polarkreis (1773), In der Sand River Convention garantiert Großbritannien die Unabhängigkeit Transvaals (1852), Der Müncherner Biologiestudent Olaf Reinicke entdeckt als erster in 198 Meter Tiefe einen Quastenflosser in seinem natürlichen Lebensraum (1987) und das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Papua Neuguinea tritt 1995 in Kraft.

Die Montagsfrage - na was denn nun: Null Zigaretten mehr rauchen müssen ... oder Null nicht dürfen? Da wir die Frage so heute nicht beantworten können wollen, wenden wir uns einfach der „Null“ zu, das ist schon grausig genug: Wir Ex-Raucher sind ja permanent mit dem Abgrund der „Null“ konfrontiert, deshalb hier eine kleine Genealogie um uns die ärgsten Ängste zu nehmen.

Der älteste ist zweifellos der Null-Ouvert, den es seit dem Skatspiel der Frühsteinzeit gibt, manche glauben gar dass schon im Garten Eden – aber das ist eine andere Geschichte. Irgendwo auf diesem Planeten gibt es - uns zum Trost - den Nullpunkt, die Nulllinie und den Nullmeridian. Die Nullifikation und Nullität dämmert schon lange, Nulleitungen kennen wir seit elektronischen Äonen. Die Nullstellung von Messgeräten ist seit dem 19. Jahrhundert die Nulllage ...

In der Industrialisierung kam als Vorproduktion die Nullserie, Medien werden mit Nullnummern gestestet, der Nulltarif - erstmals öffentlich gefordert in den 60ern - führte nur kurze Zeit später zur Nulldiät als radikal kalorienlose Ernährungsform und pekuniäre Zwangsmassnahme für Politikergehälter. Plötzlich war Nullwachstum gesellschaftliche Realität das sich in eine militärische Nulllösung verkehrte. Die Nullbock-Generation lachte nur, weil sie weder auf Wachstum noch auf dessen Gegenteil Lust hatte. Die Nullmenge aus der Mengenlehre erschrak die Jugend und die überforderten Eltern dann aber sehr, und als das Nullmorphem im Strukturalisimus postuliert wurde, waren alle ganz zaghaft: es liegt genau dann vor, wenn nichts vorliegt – und genau dadurch „etwas“ bezeichnet wird – klingt doch blitzgescheit oder? Lernen Sie das mal auswendig für die nächste Stehparty auf der sie ja wieder nicht rauchen dürfen ... oh pardon - nicht rauchen wollen selbstverständlich, natürlich, ganz ganz klar ... "nicht wollen" muss ich hier schreiben ...

Noch so eine Grenzerfahrung allen Ex-Rauchern gegönnt, die es heute etwas gemütlich-plüschiger angehen wollen: Heute vor 320 Jahren erhält Johannes Diodato als erster ein kaiserliches Privileg für den öffentlichen Ausschank von Kaffee und das Wiener Kaffeehauses war geboren. Die Legende besagt, dass die Wiener während der Befreiung von der 2. Türkenbelagerung im Jahre 1685 einige Säcke mit seltsamen Bohnen fanden, die sie zunächst für Kamelfutter hielten und verbrennen wollten. Ein Dolmetscher habe die Säcke statt dessen an sich genommen und das erste Kaffeehaus gegründet was uns zu diesem Spaziergang verleitet ...

Nur noch Nullen? Geht es mit Hölderlins „wunderbarem Sehnen dem Abgrund zu“? Nullahnung ganz ehrlich und auch Null-Lust, jetzt wo das neue Jahr noch so klein und überschaubar ist und die Nullexistenzängste sich noch in Nulligen Grenzen halten das Nullhirn wegen sowas zu überfordern! Aber: Null Zigaretten mehr rauchen dürfen? ... oder endlich Null nicht mehr müssen! ... nein heute bleibt die Antwort aus ... aber mit den Nullen bin ich schon mal versöhnter.

Warum einen Null-Blog-Eintrag eigentlich nicht mit einer Nullpointe einfach so ins Null-Leere laufen lassen? So sei es!

Sonntag, Januar 16, 2005

Verlorenes Paradies

Die Analyse war klar und eindeutig: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“. Die Lösung des Problems ging aber leider gründlich daneben: Statt Skatrunde, Stammtisch oder Tischtennismannschaft sollte es die Lebensgemeinsaft sein. Schon die Premiere von Adam und seiner Teilzeitlebensabschnittspartnerin Eva ging ja bekanntlich gründlich daneben, Schlange und Frau teilen sich hinfort die zweifelhafte Ehre für die Vertreibung aus dem Paradies verantwortlich zu sein.

Das Wort „Garten Eden“, (hebr. „Gan Eden“), wird in der griechischen Übersetzung „Paradies“ genannt. Gemäss der Genesis des Tanach wird im dritten Kapitel nur sehr lückenhaft von der Vertreibung Adams und Chawas (Evas) aus dem Garten in Eden berichtet: Die Stelle, als Eva plötzlich aufhörte zu rauchen, wurde sehr schnell vor den neugierigen Augen der Öffentlichkeit verborgen und hastig aus dem alten Testament entfernt ... Der Mensch, hebr. “adam“, der aus Staub auf der Erde, (hebr. „adama“) gebildet wird und Chawa, seine Frau (Eva) waren die einzigen menschlichen Bewohner von Eden. Gen 2,15: „Das ewige Wesen, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, um diesen zu bewirtschaften und zu bewahren.“ Nach der Erzählung der hebräischen Bibel gab es für Adam die annehmlichsten Umstände, frei von Sorge und Mühe: Für unendlich Bier, Chips und Ziggis war gesorgt ...

Georg Heym, Schriftsteller und Vertreter des frühen Expressionismus, ertrank am 16. Januar 1912 beim Schlittschuhlaufen in Berlin, Lyrik und Prosa gibts hier.

Sonne hat ihn gesotten,
Wind hat ihn dürr gemacht,
Kein Baum wollte ihn haben,
Überall fiel er ab.
Nur eine Eberesche
Mit roten Beeren bespickt
Wie mit feurigen Zungen,
Hat ihm Obdach gegeben.
Und da hing er mit Schweben,
Seine Füße lagen im Gras.
Die Abendsonne fuhr blutig
Durch die Kippen ihm naß,
Schlug die Ölwälder alle
Über der Landschaft herauf,
Gott in dem weißen Kleide
Tat in den Wolken sich auf.
In den blumigen Gründen
’Ringelte’ Schlangengezücht,
’In’ den silbernen Hälsen
Zwitscherte dünnes Gerücht.
Und sie zitterten alle
Über dem Blätterreich,
Hörend die Hände des Vaters
Im hellen Geäder leicht.

... bis Chawa, plötzlich beschloss, nicht mehr zu rauchen! Alte Quellen berichten, dass Adam zunächst mehrere Tage hoffte, dass sich alles wieder zum rauchenden Guten wenden würde - der erste glücklose Versuch in der Geschichte der Menschheit, ein Problem auszuschweigen und auszusitzen. Als der Erfolg diese Strategie immer unwahrscheinlicher wurde, kümmerte er sich fortan gar nicht mehr um seine (noch gänzlich unbekleidete!) Nicht-mehr-Raucherin und versuchte mehrfach, sich nochmals eine Rippe abzutrennen in der Hoffnung auf eine neue Mitraucherin.

Schliesslich soll Adam das einzige Messer der Menschheit auch noch abgebrochen und ganz verzweifelt versucht haben, der Schlange die Regeln des Null-Ouvert beizubringen ... auch hier war freilich der Erfolg äussert bescheiden. Als die Nacht am tiefsten war, beschloss ARD Intendant Pleitgen Samstags um 18 Uhr die Sportschau auszustrahlen ... neben Aschenbecher, Bierflasche und Chipstüte lag nun endlich auch die Fernbedienung auf dem Couchtisch des Paradieses ... alles ward gut, und der Herr sah dass das Werk gelungen war ... bis unvermittelt die Ex-Raucherin Chawa nach dem morgendlichen Jogging plötzlich Lust auf Obst bekam und die Schlange das auch eine gute Idee fand ...

Hätte die Eva also weitergeraucht und das Ding mit der Abseitsfalle verstanden, sässen wir heute noch schweigend vor überquellenden Aschenbechern und warteten mit Bier im Überfluss die ganze Woche auf die Sportschau ... Das ist wohl heute noch die grosse Wehmut, die uns Männer manchmal überkommt ... unser verlorenes Paradies.

Samstag, Januar 15, 2005

Mehr Götzendienst!

Wir Ex erleben es ja tagtäglich: „Zukunft kommt automatisch“ und eh ich mich versehe, bin ich im Übermorgenland und mein nicht-rauchen ist schon für alle um mich rum stinknormal – ausser für mich natürlich, ich bin doch ein unglaublicher Held, nein Heiliger der für meinen Geschmack leider viel zu weniger verehrt wird ...

Als Schmacht-Hörtipp heute grundehrlichen Rhythm’n Blues im 1966 aufgenommenen Album „Save as Milk“, von Don Glen Van Vliet, geboren am 15. Januar 1941 in Glendale bei Los Angeles und bekannter unter dem Pseudonym „Captain Beefheart“. An der Gitarre übrigens ganz apart der junge Ry Cooder ... hier die sehr ordentliche Fanpage ...

„Veneratio“ (lat) oder auch „douleia“ (griech.): Die Heiligenverehrung ist im Katholizismus und der Orthodoxie die feierliche Ehrung einer Person oder Sache, und dadurch die Verehrung Gottes als deren Schöpfer, nach dessen Bild sie geschaffen wurde. Dieses wird häufig äusserlich in einer Form der respektvollen Verbeugung zum Ausdruck gebracht, normalerweise verbunden mit dem Schlagen des Kreuzzeichens; auch ein Kuss kann erfolgen, oder eine andere kulturell angemessene Weise des Zeigens von Ehre und Respekt. Eine besonders würdevolle Art der Verehrung ist die in der katholischen Kirche übliche Prozession.

Die glühende, abgrundtiefe Bewunderung und Verehrung des sozialen Umfeldes beginnt nachzulassen: Es gibt schon Stunden, wo mir keiner mehr voller Anerkennung auf die Schulter klopft und mir glaubhaft versichert, ich sei der Größte derzeit lebende Held der Menschheit – abgesehen vielleicht von einem gottähnlichen wenn nicht gar göttlichen Wesen, das sich auf bodenloses spezialisiert hat. Selbst in der Kneipe sehen die Mittrinker und Dauerraucher mein nicht-mehr-rauchen nicht mehr als Provokation sondern als verzeihbare Krankheit und lässliche Sünde an.

Viele Heilige haben ihren Gedenktag im liturgischen Kalender – warum ich nicht? Sicher, in der Regel ist das der Todestag (der „Geburtstag zum Himmel“) und ich quietsch ja noch mehr oder weniger fidel durchs Übermorgenland. Trotzdem: In den Texten von Messe und Stundengebet könnte ich ja schon mal erwähnt werden. Die Schriftlesungen könnten auf meine Person und Botschaft bezogen werden, mein Tagebucheintrag gleichsam als Tageslosung – in der strengeren Orthodoxie freilich nicht, dort werden nur kurze, formelhafte Erinnerungen und Anrufungen, die „Troparia“ und „Kontakia“, für mich eingefügt. Die ein oder andere Reliquie könnte ich auch zu Lebenszeiten schon abgeben wenn’s denn hülfe ... und wenn dann die kilometerlange Prozession mit einer Locke meines Brusthaares durchs beschauliche Bad Godesberg zöge und ich in einer Mischung aus Maximo Leader und Gottgesandter vom Balkon grüssen könnte ... das wär mal eine mir gebührende Respektbezollung!

Jean Baptiste Poquelin wurde getauft am 15. Januar in Paris. Wir kennen ihn als Molière, ein französischer Komödiendichter, Theater-Regisseur und Schauspieler. Ich will Sie nicht mit Biografischem anöden aber haben Sie gewusst, dass sein Vater ihm mit achtzehn den Titel „Tapissier du Roi“ (Tapezierer des Königs) und das damit verbundene Amt des „valet de chambre“ (Kammerdiener) überliess?

Vielleicht heute ein bisschen im „Le Malade imaginaire“ lesen (Der eingebildete Kranke, 1673) oder doch den sportlichen Wettkampf mit Gehhilfe austragen und die 1000 Meter zur Apotheke in unter 30 Minuten versuchen?

Die Kritiker der Heiligenverehrung seit Wiklif, Luther oder Calvin sollten sich jetzt bitteschön etwas zurückhalten und erst mal selbst 57 Tage nicht rauchen, dann können wir ja noch mal über den Vorwurf der „Idolatrie“ (Götzendienst) reden, aber doch nicht vorher ... bitteschön!

Freitag, Januar 14, 2005

Schnulleralarm!

Heute gibt’s endlich den kontrollierten Absturz: „Bislang läuft alles nach Plan“, sagte uns Gerhard Schwehm, Leiter für Planetare Missionen, gestern abend. Der Anflugwinkel der Sonde „Huygens“ sei optimal. Die Rotation von rund acht Umdrehungen pro Minute sorge für die notwendige Stabilität. „Huygens“ wird heute in die Atmosphäre des Saturn-Mondes eintreten und rund zweieinhalb Stunden lang Daten sammeln. Nach sieben verschlafenen Jahren wurde die Sonde heute um 5:44 Uhr geweckt und der „kontrollierte Absturz“ auf Titan eingeleitet. Ein weltweites Netzwerk von Radarteleskopen auf der Erde hat grade eben ein erstes Lebenszeichen der europäischen Raumsonde aufgefangen. Zu besichtigen sein wird gewissermassen die Erde vor 3,4 Milliarden Jahren. Es wird mit einem „Hexenkessel“ gerechnet – na klar das war ja die Zeit als ich noch kein Ex-Raucher war. Die Sonde ist übrigens benannt nach Christiaan Huygens (1669 bis 1695), ein niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker ...

Gewarnt sei heute auch nachdrücklich vor Neppern, Schleppern, Bauernfängern: Ich hatte ja als liebgewordene kleine Eigenart statt der Zigarette seit nunmehr 56 Tagen immer einen süssen blauen Schnuller im rechten Mundwinkel. Heute morgen allerdings war er plötzlich verschwunden und mir war titanenklar, dass nun in irgendeinem schmierigen Hinterhofgenlabor mit meinem blauen Schnullerchen ein beinharter Vaterschaftstest durchgezogen wird und am Ende des 500 bis 600 Euronen teuren Projektes wird höchstwahrscheinlich rauskommen dass mein „Vater“ nicht der meinige ist und ich das Produkt einer achtlos und verbotenerweise ausgekippten Biomülltonne des Raumkreuzers Beteigeuze III. von vor 42 Jahren im unbelebten süddeutschen Raum bin ...

Die Aerobic-Stunde leitet heute ausgerechnet Ernst Neger, geboren am 14. Januar 1909, Dachdecker, Sänger und Urgestein der Mainzer Fastnacht:
Rucki Zucki - Das ist der neuste Tanz - Das Spielchen ist nicht dumm - Das linke Beinchen vor Und wieder zurück - Das rechte Beinchen vor ..... Noch da? Seien Sie froh, dass ich nicht „heile heile Gänsje“ ausgewählt habe. „Political Correctness war damals noch nicht erfunden, aber das Leben ist doch trotzdem schön, gehen Sie mal hin! Und im übrigen auch soziologisch sehr interessant, was diese Mainzer so unter-Haltung verstehn ...

Damit wir uns richtig verstehn: „Esse est percipi vel percipere“ oder „Sein heisst Wahrgenommenwerden oder Wahrnehmen“ formulierte George Berkeley gestorben am 14. Januar 1685 in Oxford. Der irische Theologe und Philosoph war einer der drei grossen Väter der englischen Aufklärung. Nach Berkeley ist das Sein einer Sache gleichbedeutend mit ihrem Wahrgenommenwerden. Für ihn sind nur Wahrnehmungen und wahrnehmende Subjekte existent. Eine von der menschlichen Wahrnehmung unabhängige für sich bestehende Außenwelt hält er für einen Widerspruch in sich, weil diese weder erkennbar, noch beweisbar oder qualitativ beschreibbar ist ... Mir solls recht sein: Ich mach jedenfalls Krach genug seit 56 Tagen und halte mich für sehr existent, selbst wenn ich einmal vier Tage Lohnarbeit in der internetlosen Fremde absolviere - kein Grund an meiner Existenz zu zweifeln liebe Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher oder gar den unkontrollierten Rücksturz zur Erde einzuleiten! Nur mal zur Vorwarnung: Verschwinden über mehrere Tage ist bei mir die Regel ...

Und falls ein Ex-Raucher gerade in einem schmierigen Hinterhofgenlabor mit meinem geliebten blauen Schnullerchen hantiert: Ich bitte nachdrücklich um Rückgabe desselben. Beschreibung: Blau, das gelben Ringchen hinten stark angekokelt, als Resultat zahlloser Versuche das Ding zu entzünden und vorne etwas plattgedrückt weil ich das Schnullerchen noch immer und ständig im Aschenbecher ausdrücke ...

Montag, Januar 10, 2005

Wir können auch anders ..

„Es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muss“ beschreibt treffend mein hartes Chronisten-Los der am 10. Januar 1858 in Radeburg bei Dresden geborene Heinrich Zille, Maler, Zeichner und Fotograf dessen unter dem Pseudonym „W. Pfeifer“ veröffentlichte „Hurengespräche“ (Illustrationen und Texte aus dem Jahr 1913) heute dringend als Lesestoff gegen die Schmacht zu empfehlen sind.

Offensive 2005: Das neue Jahr sollte auch bei uns Ex-Rauchern mit einer Offensive, in die wir alle unsere verbliebene Kraft legen wollen, beginnen: Wir können auch anders, wir werden noch netter zueinander!

Am Anfang war das Wort. Humanisierung des Nicht-rauchens hebt ergo an im Worte. Ich möchte daher heute ein Signal geben: Nicht immer ist der Stil unter uns Ex-Rauchern ausreichend würdevoll und dem Anlass angebracht. Landläufige Verweise auf die durch Entzug verursachte Dünnhäutigkeit lasse ich für den Einzelfall zur Not denn gelten ... können aber doch keineswegs für den oft üblichen Umgangston herangezogen werden. Eingedenk der Tatsache, dass nicht der Streit sondern der Dialog und Austausch Ziel einer gepflegten Konversation ist, sollten wir unsere Umgangsformen nochmals grundsätzlich überdenken.

Und sage keiner, ein Chat wäre die getreue Abbildung der vox populi (Sprache des Volkes) und es würden harte, aber grundehrliche Töne ausgetauscht. Sind wir nicht die Avantgarde der Freien und Unabhängigen und überhaupt die besseren - weil nicht rauchenden - Raucher? Dies fordert künftig ehrenhafteren Umgang unter uns Besten: Anwärter grüssen sich und andere mit den Worten "Alles wird gut, Freie und Unabhängige", alle jenseits des körperlichen Entzugs grüssen dagegen "Freie und Unabhängige! Alles IST gut".

Der Nachrichtenticker: Unterirdisches: Die erste U-Bahn der Welt, die Metropolitan Line in London, wird eröffnet (1863) und Bundeskanzler Helmut Schmidt weiht den neuen Elbtunnel in Hamburg ein (1975); Friedfertiges: Der Völkerbund wird in Genf gegründet, um den Frieden dauerhaft zu sichern (1920) und der in Versailles unterzeichnete Friedensvertrag tritt in Kraft (1920). Aus aller Welt: Das Saargebiet muss eine Zollunion mit Frankreich eingehen (1925). Erste Generalversammlung der Vereinten Nationen in London (1949) ...

Warum nicht ein nonchalantes "Euer Wohlgeboren" verwenden statt dem hier üblichen "Hi Hefekloss"? Auch die vermeintlich freundliche Begrüssung "Hallo du kaputter Zyban-Junky" kann stilsicherer und pägnanter durch ein "Zybanisierte Durchlaucht" oder "Eure Zyban-Hoheit" ersetzt werden. Sehr sophisticated ist auch "Mylord" und ersetzt den "Hallo du Kampfjogger" und „Na du Kräuterrauschkrautraucher“ perfekt. Für reifere Ex-Raucher kann durchaus auch ein weltmännisches "old boy" (Genus beachten!) oder auch das altrussisch humane "Väterchen" bzw. "babuschka" (Gross-Mütterchen) verwandt werden. Ein Traum von Gentilezza wäre natürlich "Mein Lehrer, du" oder auch "Euer Ehrwürden".

Ex-Raucher, die es geschafft haben, 365 Tage nicht zu rauchen sollen künftig nicht mehr mit dem bisher üblichen "Schnarchsack" oder „Penner“ angesprochen werden, sondern können wählen zwischen "erhabener Greis" oder "gottähnliches Wesen". Grundsätzlich sollten Ex-Raucher, die ein Jahr geschafft haben, nicht angesprochen werden und natürlich vor allem nicht als "Opa" oder "Karteileiche" oder gar "Dino". Wenn eine Ansprache aus unabwendbaren Gründen unvermeidbar ist, sollte "göttliches Wesen" zur knietiefen Verbeugung gemurmelt werden.

Und über das Verabschieden reden wir ein anderes mal Eure hochwohlgeboren-durchlauchte Prinzessinnen und Prinzen der Freiheit und Unabhängigkeit ...

Sonntag, Januar 09, 2005

Nacht am tiefsten

Die EG Gesundheitsminister: Dieser Blog-Eintrag enthält 0,1 mg Humor und 0,7 mg Übertreibungen. Er ist nicht auf das wirkliche Leben anwendbar. Nicht-Rauchen ist schön.

Ich hätte ja gedacht, dass nach 51 rauchfreien Tagen, in denen ich mich tagtäglich vor aller Welt zum Trottel gemacht habe, ich nun langsam den Gedanken fassen könnte, wieder einen Antrag zur Aufnahme in die Menschheit zu stellen. Gerade wollte ich Kofi Annan nach dem Beitrittsformular fragen, als ich mich beim Kauf eines dritten Handys ertappe ... könnte ja schliesslich sein, dass ich grade zwei Gespräche führe und eine dritte, furchtbar wichtige Person, will und muss mich sprechen ...

„Du gehörst zu mir“ versucht sich heute das Nikotinteufelchen mit lieb und missbraucht einen Text von Marianne Rosemarie Schwab, vor 56 Jahren in Bingen geboren und uns besser bekannt als Mary Roos ... Lalalálalála ... war jetzt aber ein ganz lauer Versuch du schleimtriefendes Ekelsabbelmonster ... Lalalálalála ...

Der Trend geht ja ganz klar zum Dritthandy: Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Ex-Raucher ein deutlich höheres Kommunikationsbedürfnis haben als der Rest der Menschheit? Ob Ausprägung des morgendlichen Stuhls, Detailbeschreibung des letzten hysterischen Anfalls oder tägliches gegenseitiges Vorlesen der Kärtchen, nichts was wir Ex nicht sternförmig allen mitteilen müssen. Idealerweise am Telefon mit SMS und Mail: dreifach hält besser. Je mehr telefoniert wird, desto weniger wird freilich gesagt. Über 50% aller Gespräche finden heute schon auf Sicht- und Rufweite statt. 95% sind, vorsichtig geschätzt, komplett unwichtig: Kommunikation hat sich von Inhalten längst emanzipiert ...

A propos: Als Simone Lucie-Ernestine-Marie-Bertrand de Beauvoir wurde sie am 9. Januar 1908 in Paris in eine streng katholische Familie hineingeboren. Die „Tochter aus gutem Hause“ (Titel ihrer Autobiographie) rebellierte zeit ihres Lebens gegen den Konformismus und die „bedrückende Tyrannei“ des Bürgertums, aus dem sie kam. Noch ein bisschen im „Das andere Geschlecht“ (1949) blättern?

Was treibt uns ans Telefon, warum lassen wir alles stehen und liegen wenn es klingelt. Ist es nur die wenig unterdrückte Bescheidenheit in uns Ex, da wir täglich mit einem Anruf des Nobelpreiskomitees rechnen oder doch die Angst, dass eine telefonische Volkszählung stattfinden und alle nicht erreichbaren werden von der Liste der Menschheit gestrichen? Moment, es klingelt gerade ...

Ralph Christian Möbius wurde vor 55 Jahren in Berlin geboren. Als Rio Reiser war er ein politisch aktiver deutscher Rockmusiker und seit Ende der 1960er bis Mitte der 1980er Frontmann der Band Ton Steine Scherben. Nach der Auflösung der Band setzte er seine musikalische Karriere solo fort. Unser Hörtipp „Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten“ von der gleichnamigen Scherben-LP aus dem Jahre 1976 hilft heute aus jeder Schmacht-Attacke, aber bitte brechend laut hören, das ist jetzt nix für Weicheier:

Ich war oft am Ende, fertig und allein.
Alles, was ich gehört hab, war: „Laß es sein!
So viel Kraft hast du nicht, so viel kannst du nicht geben.
Geh den Weg, den alle geh'n, du hast nur ein Leben.“
Doch ich will diesen Weg zu Ende geh'n,
und ich weiß, wir werden die Sonne seh'n!
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten.

Wir Ex sollten uns rück-besinnen: Was ist die Möglichkeit des Überall-Telefonierens im Vergleich zum Nichterreichbar sein? Wirklicher Luxus ist ja zunehmend die Nichtvorhandenheit, die Abwesenheit von Dingen und haben sich nicht auch die Götter dadurch definiert, dass sie für Menschen unerreichbar sind? Sind doch auch Sie heute einmal nicht erreichbar göttlich, wie wärs? ... Lalalálalála ... und das Beitrittsformular leg ich erst mal noch ins Ablagefach „Aussitzen“ und frag mich, wies im Olymp so wär ... Lalalálalála ...

Samstag, Januar 08, 2005

Pupsen in der Öffi

In der Vorbereitungsphase zum nicht mehr rauchen bekm ich den Tipp meine Umgebung auf Veränderungen in meinem Verhalten vorzubereiten, die vom nicht-mehr-rauchen herrühren. Unter uns: haben Sie wirklich an alle Peinlichkeiten gedacht?

Das „Fettnäpfchen“ war bis zur Erfindung der Schuhcreme ein in der Regel flaches Gefäss, das zum Stiefelputzen und Imprägnieren verwendet wurde. Es stand meist neben der Tür oder sonst leicht zugänglich am Boden. Wenn man in den Napf trat und den frisch geputzten Boden verschmierte, konnte man es sich deshalb leicht mit der Frau des Hauses verderben ... Noch heute verstehen wir unter dem Faux-pas („Fehltritt“) die Verletzung von allgemein bekannten und akzeptierten, meist jedoch nicht schriftlich festgelegten, sozialen Verhaltensregeln. Die Ursachen für einen solchen Fehltritt können vielfältig sein und hängen stark von dem sozialen Umfeld ab, in dem man sich befindet ... falls der Ex-Raucher noch eins hat ...

Natürlich war mit Übellaunigkeit bis zur Super-Zickerei zu rechnen ... den ganzgrossen Mantel des Schweigens über zahllose hysterische Schrei- und Weinattacken ... aber beruflich wenigstens, sollte Ex sich doch... in einer fünfminütigen Besprechung mit dem Kunden zähle ich acht schlechtversteckte Gähner von mir, ich verstehe nur jedes zweite Wort und frage nach bei jedem dritten ... die Tischvorlage ist in sekundenschnelle in Konfetti verarbeitet, damit die Händchen was zu tun haben ... Gleichgewichtsstörungen: durch die Arbeitsstädte torkeln wie Juhnke in besten Tagen ... der Magen-Darmtrakt fleht nach Nikotin und schleudert kanonenbootlaut Gase aus: Pupsen in jeder Öffentlichkeit ... Keine Angst, ich exhibitionier mich hier nicht, indem ich alle Peinlichkeiten aufliste. Aber was kann ich dafür, dass ich in einen hemmungslosen Lachkrampf ausbreche, wenn die ältere Dame vor mir beim Bäcker „einen Kosackenschniepel, einen grossen“ fordert? Mensch ist plötzlich nicht mehr in-takt ... und merkt erst schrittweise wie verlogen und verborgen er vorher mit Nikotingift gelebt hat ... wir sollten den flachen Napf jetzt aber Richtung ....

... heute vor 57 Jahren ... verlassen. Da starb leider Kurt Schwitters, deutscher Maler, Werbegrafiker und Universalkünstler des Dadaismus in Kendal (Untergrundgedicht, um 1920):

Häuser augen Millionen peitschen Lampen
Fenster beißen Augen
Brüllen Licht die Untergrundbahn Zähne
Deutsche Tageszeitung rodelt und Musik (bester Schuputz)
Additionsmaschinen wirren Zahlen, Gartenstadt
Lieder zarten die Kanonen Gold (ärztlich empfohlen)
Fenster leben ohne Licht erstarren
Ohne Kohle holzt das Glas
Flamme glast
Brüllen beißen Licht die Fenster
Flamme glast die Flamme
Häuser augen Millionen funken Lampen
Und die Flamme holzen Kohle brüllt das Licht.
(Bei Andrang in den Mittelgang treten.)

Schwitters wurde berühmt vor allem durch seine „MERZ-Bilder“. Er nannte seine Kunst MERZ, nachdem er in einer Collage zufällig von dem Wort COMMERZ-BANK die Buchstaben „MERZ“ stehen ließ. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt, emigriert er 1937 nach Norwegen und flieht 1940 nach England wo er 1948 stirbt. Wir gehen heute allealle ins Museum Ludwig den MERZ zu schauen, das Lenchen findet aber auch einen in der Staatsgalerie ...

Hörtipp gegen die Schmacht: Am 8. Januar 1947 wurde im Londoner Stadtteil Brixton David Robert Jones geboren. Uns besser bekannt als David Bowie der 1972 mit dem Album „The Rise And The Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ (nennens wir heute sehr launisch: „Aufstieg und Fall von Siegbert Sternenstaub und den Marsspinnen“) seinen ersten Welterfolg hatte. Wem das zu treckiemässig ist, höre bitte dreimal sein Album „Heroes“ (1978) und betreibe ein wenig Selbstverherrlichung ....

Auch wenn’s mir schon rechtschaffen peinlich ist, mein sogenanntes „soziales Verhalten“, aber ich geb anderen so einen Tip nicht mehr ... warum auch?

Freitag, Januar 07, 2005

Schaumig schlagen

Noch heute steht der Ausdruck „den Rubikon überschreiten“ dafür, sich unwiderruflich auf eine riskante Handlung einzulassen wie etwa die, das Rauchen aufzuhören aber davon später mehr ...

... bekannt wurde der Rubikon durch den römischen Bürgerkrieg, den Gaius Iulius Caesar ab 49 v. Chr. gegen Gnaeus Pompeius Magnus führte. Als vor 2054 Jahren am 7. Januar der Senat in Rom beschloss, dass Caesar sein Heer entlassen müsse, überschritt dieser den Grenzfluss und eroberte daraufhin ganz Italien und später Spanien.

Wer hätte gedacht, dass nicht-rauchen so anstrengend sein kann? ... Zwei Beutel schwarzen Tee kochen und diese ins Eisfach legen. Anschliessend gut gekühlt auf jedes Auge platzieren. 10 Minuten wirken lassen +++ Nach jedem Alkohol-Drink ein Glas Mineralwasser trinken und Salzstangen knabbern gleicht den Elektrolytverlust aus +++ Grauschleier auf der Haut beseitigt ein Peeling mit Trauben und Äpfeln. Den Mix 1 Minute sanft kreisend in die Haut massieren, abspülen +++ Erst rechtes dann linkes Bein mit Obstessig einreiben. Kühlt, wirkt durchblutungsfördernd und belebend +++ ein EL Honig und ein Eiweiss (schaumig schlagen) mischen, 20 Minuten auf der Haut lassen +++ ich hatte mir das nicht-rauchen mehr so in Richtung „saufen, poppen, lange schlafen und nachts Spaghetti kochen, wenn man Bock drauf hat“ vorgestellt ... kommt das noch, liebe erfahrene Ex oder soll ich die Hoffnung fahren lassen und +++ fünf süsse Mandeln kurz in kochendes Wasser tauchen, schälen und einzeln langsam zerkauen. Die Inhaltsstoffe beruhigen die Magennerven und neutralisieren die überflüssige Magensäure.

Glauben Sie Ex-Raucher bloss nicht, Sie seien der Mittelpunkt des bekannten Universums, nur weil Sie beschlossen haben mal eben nicht mehr rauchen zu wollen und eine Handvoll abgegriffener sogenannter „Motivationskärtchen“ ständig mit sich rumschleppen. Spätestens seit 395 Jahren ist das leider leider vorbei: Die galileischen Monde (die vier größten Monde des Jupiter) wurden am 7. Januar 1610 durch den italienischen Astronomen und Naturforscher Galileo Galilei entdeckt. Damit konnte zum ersten Mal beobachtet werden, dass es Himmelskörper außerhalb unserer Mondsphäre gab, die sich nicht um die Erde drehen. Da dies ein Widerspruch zum offiziellen geozentrischen Weltbild von Kirche und Gesellschaft war, wonach alle Himmelskörper um die Erde kreisen sollten, wurden seine Forschungen von einflussreichen Kreisen bekämpft oder nicht anerkannt. Professoren in Florenz weigerten sich auf Galileis Aufforderung sogar, durch sein Teleskop zu sehen. Kontrollieren Sie ab sofort stündlich, ob sie noch kreisen.

Falls Sie nicht vorhaben, heute orthodoxe Weihnachten zu feiern, sollten Sie langsam drangehen, den blinkenden Flitter und Tand von der Krüppelkiefer im Vorgarten zu nehmen und das Toilettenfensterchen abzudekorieren ... auch wenn es gegen ihre Depris geholfen haben sollte, die hektische, allnächtliche Blinkerei. Dauert eh nur noch ein zwei Jahre bis das weihnachtliche Wettrüsten die Schwächsten unter uns ruiniert hat und die Januar-Stromrechnung grosse Teile der Licht-Lametta-Fetischisten zur bedingungslosen Kapitulation und Rückkehr zur fünf Wattstromsparlampe zwingt. Und gegen die Depri +++ Zwei Esslöffel Borretschblüten mit 250 ml heisser Milch aufgiessen, fünf Minuten ziehen lassen, durchseihen, Schlückchenweise vor dem Schlafengehen trinken ... äh bäh – zur Strafe kein Wetter heute!

Donnerstag, Januar 06, 2005

Nichtraucher-Langweiler

Sven Hannawald gewinnt vor drei Jahren das letzte Skispringen der Vierschanzen-Tournee und hat damit als erster Skispringer alle vier Springen hintereinander gewonnen. Die „Adler“ werden heute das schlechteste Abschneiden der letzten zehn Jahre hinlegen, aber ich ess noch zwei Milka-Mandel-Schokotafeln und pfeiff drauf ... bin eh eine gangganz andere Gewichtsklasse.

Sind Nichtraucher notorische Langweiler und noch schlimmer: werden wir Ex-Raucher jetzt allesamt tagtäglich langweiliger? Wir erinnern uns: Die Raucher waren immer die angesagten, die coolen, die (wage-)mutigen, wo die Action war, waren die Raucher. Aus den Nichtrauchern wurden Versicherungsvertreter, Finanz-Controller, Finanzbeamte im mittleren Dienst, Verkehrspolizisten, Wohnmobilverleiher und Hausschuh-Parallelsteller. Die Raucher erhalten die Nobelpreise, sind die Kneipengänger, Kulturinteressierten, Musiker, Maler, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure ... Raucher sind, so die Versicherungs-Statistik, überdurchschnittlich vertreten in diesen Gruppen. Was machen wir Ex-Raucher jetzt? Wir trösten uns einfach mit der Erkenntnis, dass die Ex-Raucher die klügeren Raucher sind. Damit ist uns wenigstens der Weg zum Nobelpreis nicht verbaut ... und mit Löwen-Mut und abwaschbarer Regen-Kleidung trauen ja auch wir uns in die Kneipen ...

... in denen der vor sechs Jahren in New York verstorbene französischer Jazzpianist Michel Petrucciani sein Brot verdiente. Er liefert uns mit dem Blue-Note-Album „Power Of Three“ mit Petrucciani am Klavier, Wayne Shorter Saxophon und Jim Hall an der Gitarre, den Hörtipp des Tages. Es zählt zu den besten Jazzplatten des modernen Mainstream Jazz. 1999 starb Michel Petrucciani, der an der Glasknochenkrankheit litt, an Lungenentzündung als Folge eines eisigen Blizzard's.

Die Süddeutschen haben heute unter Hinzuziehung eines sehr fadenscheinigen Grundes einen arbeitsfreien Tag: Mit dem falschen Begriff „Heilige Drei Könige“ bezeichnet die katholische Legende die bei Matthäus erwähnten Weisen („Magoi“) aus dem Morgenland. In der Bibel steht freilich weder, dass sie Heilige, noch, dass sie drei, noch, dass sie Könige gewesen seien ... stört den gemeinen Süddeutschen aber nicht weiter – der feiert sich eins.

Für die ganz verwegenen Ex-Raucher, denen Frankfurter-City-Hochhaus-Freeclimbing und Schmutz-River-Rafting nicht mehr den ultimativen Kick gibt, hier eine einmalige Grenzerfahrung und ein tiefer Einblick in die Untiefen einer düsteren Parallelgesellschaft: „Die schwäbischen heiligen drey Könige“ von Sebastian Sailer im Gutenberg-Projekt:

[...]
Knecht. He g'mach! Wohi' so schneall?
Bedienter. Was gôht as di a'? I hau' di au itt g'frôgat, was du dô rumlimmlascht, du Narr du!
Knecht. Nu' g'mach, Kerle! oder i schtauß di über da Haufa. Da muascht wissa, da laufscht in koi' Baurahaus nei'. Da moi'scht g'wiß, i sey au so a grober Knolle, wia du? Dees ischt 's Königs Balasch, und i bi' sei' Bedeantar.

So also geht’s zu bei denen, die alles können, ausser Hochdeutsch, ach Lenchen ... Du ärmste.

War noch was? Sie haben eine Beziehung mit einem lebenslangen Nichtraucher? Trösten Sie sich doch mit Kim Basinger: „Bis der richtige kommt, kann man eine wunderbare Zeit mit dem Falschen haben.“ Und falls Sie ganz ganz sicher sind, den/die Richtige(n) erwischt zu haben und sie/er ist lebenslanger Nichtraucher, na ja: Statistik behandelt ja nur Mittelwerte. Um im süddeutschen Bild zu bleiben: Der Neckar ist statistisch gesehen von der Quelle bis zur Mündung 1,60 Meter tief, Mensch kann also aus Sicht der Statistik gar nicht ertrinken ... Lenchen! bleib weg vom Wasser.

Wen tröstet dies?: Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch kein strenger mehr dahinter.

Mittwoch, Januar 05, 2005

Gute Vorsätze +5

„Was stört mich mein Geschwätz von gestern?“ lehrt uns der am 5. Januar 1876 in Köln geborene Konrad Adenauer den richtigen Umgang mit unseren frischgefassten, guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Haben auch Sie zu Beginn des neuen Jahres viele Vorsätze gefasst, die liebgewonnenen neuen Gewohnheiten wieder abzustellen, die Sie als Ex-Raucher angenommen haben? Und was ist nun fünf Tage später übriggeblieben?

Der Vorsatz ist nach StGB das Wissen und Wollen sämtlicher Tatbestandsmerkmale. Der Vorsatz muss dabei die wesentlichen Elemente des eingetretenen Kausalverlaufs umfassen, zumindest in bedingter Form (atypischer Kausalverlauf). Zur Abgrenzung wird der Dolus-Begriff (Vorsatz) in drei Stufen eingeteilt: Dolus directus ersten Grades (die „Absicht“), Dolus directus zweiten Grades (der „direkte Vorsatz“) und schliesslich Dolus eventualis (der „Eventual- oder bedingter Vorsatz“). Nach der Auffassung des Bundesgerichtshofs ist der bedingte Vorsatz gegeben, wenn der Täter „den Taterfolg für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen hat“. Abzugrenzen ist er von der bewussten Fahrlässigkeit ... und der unbewussten Planmässigkeit bzw. der bewusstlosen Tatkräftigkeit bei willenlos-boshafter Ohnmächtigkeit die Unsinnigkeit billigend in Kauf nimmt ... also sooo einfach ist das mit den Vorsätzen ja offensichtlich auch nicht ...

Wer ohne Vorsätze ins Neue Jahr geht, gilt ja als willensschwach ... deshalb habe ich mir vor fünf Tagen auch kleinere Verhaltensregeln vorgenommen: Nicht mehr jeden mit dem Baseballschläger zu erschlagen, der mir in die Augen blickt; nur alle zehn Minuten ein Ü-Ei zu befragen, wie sich der rauchfreie Tag weiter entwickeln wird; nicht jeden Tag das Geld beim Shopping „zur Belohnung“ auszugeben, das ich während eines ganzen rauchfreien Monats theoretisch spare; nur vier Tafeln Schokolade zum Frühstück zu essen; nicht täglich soviel Bier zu trinken wie ich früher Zigaretten geraucht habe; den Titel „smoke on the water“ nur fünfmal täglich hören und dazu herzzereisend zu schluchzen, nicht jeder Zigarettenschachtel, die aus einer Rocktasche ragt, hinterher zu pfeifen ... leider, leider – alles schon wieder tagtägliche Gewohnheitshaltung bei X+47 und Vorsatz+5 ...

„Charles Mingus klang schon ‚fett’, als es den Ausdruck noch nicht gab“ sagt der mir sehr sympathische Roger Willemsen über den heutigen Hörtipp, das Album „The Black Saint And The Sinner Lady“ (Impulse, 1963). Charles Mingus, Jazzmusiker, Bassist und Komponist mit Wurzeln im Bebop, gestorben am 5. Januar 1979 in Mexiko, seine Asche wurde auf dem Ganges, Indien verstreut ... spielte zunächst mit Charlie Parker, Thelonious Monk, Dizzy Gillespie, später Platten als Bandleader unter eigenem Namen. Er war einer der herausragendsten Vertreter der afroamerikanischen Kultur und hat nicht nur das Bassspiel revolutioniert und nachhaltig zur Modernisierung des Jazz beigetragen, sondern auch das erste Independent-Label der Musikgeschichte ins Leben gerufen. Die offizielle Homepage mit Hörbeispielen.

Adenauer weiss mich Vorsatz-Vernichter noch was zum trösten: „Die Raucher vernebeln nicht nur die Luft, sondern meist auch ihren Geist, und so kann man leichter mit ihnen fertig werden.“ Hauptsache ich bleibe unvernebelt, kommt ja bald eine neue Gelegenheit für gute Vorsätze ... und nun noch:

Das Wetter: Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar.

Montag, Januar 03, 2005

Unter Dampf

Da keine Zigarette mehr qualmt steht logischerweise der Ex-Raucher unter Dampf. Haben Sie auch so ein bisschen das Gefühl, als ob Sie eine Spur feindseliger geworden sind als Ex-Raucher?

Ich meine jetzt nicht die Aggression gegen braunes Gesindel. Nein das zeugt von guter, demokratischer Gesinnung und ist ganz natürlich und wehe dem, der auch deren Meinungen diskutierenswert findet. Nein ich meine die Alltagssituationen, die wir früher so mühelos bewältigt haben: das Verständnis für den trödelnden Vordermann im Berufsverkehr, das Gedrängel im Bus, die Einkaufsrempeleien, all die Nervenbeleidigungen und der Lärmmüll der uns heute den letzten Ex-Raucher-Nerv zu rauben droht ... wie haben wir das früher so cool weggesteckt!

„Wer wird denn gleich in die Luft gehen“ ... das HB-Männchen blitzt auf: Kaum ist die Zigarette angezündet, verwandelt sich Mensch in die Souveränität, Ruhe und Gelassenheit selbst.

Unter „Aggression“ (von „aggredi“ - herangehen, angreifen) wird feindseliges Verhalten bezeichnet, das die eigenen Interessen unter Verletzung der Interessen des Gegenübers durchzusetzen versucht. Aggression als Verhaltensweise ist im Tierreich weit verbreitet. Speziell im Zusammenhang mit menschlichem Verhalten äußert sich Aggression in verbalen oder tätlichen Angriffen gegenüber Personen, Personengruppen und Sachen. Eine der amüsanteren Arten der Aggression ist die „Beleidigung“.

„Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ § 185 StGB

An Autofahren ist nicht mehr zu denken: Ich habe gar nicht so viele Finger wie ich in alle Richtungen zeigen müsste. Und mein Fortbewegungsmittel hat zwischenzeitlich so manchen Rheinländer in den Strassengraben befördert – selbst Schuld diese Penner, was trödeln die auch so vor mir rum, dieses Pack, dieses elende!

Aggressive Ex-Raucher bitte auch vorsicht heute vor Exkommunikation: Am 3. Januar 1521 trat die von Papst Leo X. erlassene Päpstliche Bulle „Decet Romanum Pontificem“ gegen den deutschen Reformator Martin Luther in Kraft. Der Exkommunikation folgt „Acht und Bann“, was damals völlige Entrechtung und Vogelfreiheit bedeuteten – keine Sorge er hatte gute Freunde. Auch 1962 wurde an einem dritten Januar exkommuniziert: Papst Johannes XXIII. exkommuniziert Fidel Castro. Ob der Bauernfeind und Fürstenfreund Luther wegen der Rauchens exkommuniziert wurde, ist nicht überliefert ... beim Fidel wars der pure Neid auf die handgerollten Havannas ... ganz ganz sicher!

Sie wollen mir helfen, ausgerechnet Sie eingebildeter Schnösel? Ich würde ja so gerne Holz hacken oder gar Sport treiben, aber ich beleidige einfach zu gerne ... kein "Triebverzicht" liebe Frankfurter Schule ... schon wieder ein neues Laster - au weia, wo doch "Laster" seit diesem Jahr mautpflichtig sind. Ich beende jetzt meine diplomatischen Beziehungen zu mir selbst (wie 1961 die USA Richtung Cuba) und beleidige fortan mein alter Ego ... kommt billiger und hilft mir auch noch.

Und falls Sie heute wirklich nicht aggresiv sind, feiern Sie bitte den Geburtstag von André Franquin (1924 in Brüssel), neben Hergé der wichtigste stilprägende Comic-Zeichner Europas.

Sonntag, Januar 02, 2005

Do-Wacka-Do

Randy Wolfe, gilt als einer der besten Gitarristen der Rockmusikgeschichte. Den meisten besser bekannt als „Randy California“ ertrank er vor sieben Jahren in Molokai, Hawaii. Schon mit 15 Jahren spielte er in New York mit Jimi Hendrix in dessen Band. Hendrix war es auch, der ihn „California“ nannte, um ihn von dem anderen Randy in der Band zu unterscheiden. Ihm zu Ehren noch mal schnell das 1973 veröffentlichte Soloalbum „Kaptain Kopter and the Fabulous Twirly Birds“ aufgelegt.

In Preußen wurde das Turnen als „staatsgefährdend“ verboten - heute vor 184 Jahren - und ich halte mich ja immer noch dran! Wer sich freilich traut bei „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn nachzulesen, kann den Preussen nur rechtgeben: In seiner 1810 in Lübeck erschienenen Schrift „Deutsches Volkstum“ unternimmt er schroffe Angriffe auf die „Verwelschung“ seiner Zeit: „Die Kleinstaaterei verhindert Deutschlands Größe auf dem Erdenrund. Wer seinen Kindern die französische Sprache lehren lässt, ist ein Irrender, wer darin beharrt, sündigt gegen den heiligen Geist. Wenn er aber seinen Töchtern französisch lehren lässt, ist das ebenso gut, als wenn er ihnen Hurerei lehren lässt. Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück.“ Ex-Rauchen schön und gut – aber hören Sie jetzt bitte auch auf zu turnen, sonst werf ich Sie mit dem verhinderten Oberlehrer in eine Schublade ...

Wo wir doch grade bei der Verwelschung sind: Heute vor 369 Jahren gründete Minister Kardinal Richelieu die Académie française, die berühmte Gesellschaft zur Pflege der französischen Sprache und Literatur. Seit ihrem Bestehen haben über 700 Personen auf den begehrten Fauteuils Platz genommen. Frauen werden bei gleicher Eignung wie meist benachteiligt, ich hab keine zwei Hände voll gezählt. Die Mitglieder der Académie française bezeichnen sich selbst „les Immortels“ (die Unsterblichen) frei nach dem Motto „À l'immortalité“ (für die Unsterblichkeit), welches das vom Gründer der Akademie verliehene Siegel ziert. Die Académie française setzt sich aus 40 Mitgliedern zusammen, ein Platz ist derzeit frei. Bewerbungen und dergleichen bitte direkt hierhin. Geben Sie mir aber bitte Bescheid, wenn’s geklappt hat ...

Keiner! hat bei der Deutung des Turbokriechers geholfen, wahrscheinlich liest das hier eh nur noch der neverever. Ich denke mir ja die Rennschnecke „Manni“ ist das Symbol für stetiges, beharrliches nach vorne bewegen ... oder so ... na in jedem Fall hab ich noch keine rauchende Schnecke gesehen, bei Drachen freilich ...

Roger Dean Miller wurde am 2. Januar 1936 in Fort Worth, Texas geboren. Der US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter war zeitlebens ein (rauchender) Held. Hier finden ganz verwegene sogar Roger’s Jukebox. Mehr als ein Lied von diesem Marlboro-Held führt aber wahrscheinlich pfeilschnell zurück in die Nikotinspirale .... Mein Lieblingsblödsinnssong “Do-Wacka-Do“ (Sie erwarten doch wohl nicht, dass ich das jetzt übersetze?) ist aber gar nicht in der jukebox ... Kaufen Sie sich lieber das „Concert Photo“ 8 x 10 Hochglanzcolor für schlappe $11.60 im Fanshop ... 1992 starb er übrigens in Los Angeles an Kehlkopfkrebs ... warum wohl?

Samstag, Januar 01, 2005

Turbokriecher

Falls Sie Ex-Raucher schon am ersten Tag den Überblick verlorenen haben hier noch mal das was-bisher-geschah: 2004 ist Geschichte, es gibt kein zurück mehr. 2005 hat inzwischen begonnen und damit auch das internationale Jahr der Physik (APS), das Jahr des Uhus (NABU), das Jahr des Wetterstern-Pilzes (Deutsche Gesellschaft für Mykologie), das Jahr der Rosskastanie (Kuratorium Baum des Jahres), das Jahr des Brandknabenkrautes (Arbeitskreis Heimische Orchideen) und das Jahr des Braunbären (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild).

Ex-Raucher müssen sich schon richtig anstrengen, wenn sie heute nicht gekrönt werden wollen: Albrecht II. von Habsburg wird König von Ungarn (1438); Karl II. wird zum König von Schottland gekrönt (1651); Johann V. wird König von Portugal (1707); Das Vereinigte Königreich wird (1801) gegründet; Bayern und Württemberg werden zu Königreichen (1806); Königin Victoria von Großbritannien wird Kaiserin von Indien (1877); König Eduard VII., König von Großbritannien und Irland, wird Kaiser von Indien (1903); Seine Hoheit Malietoa Tanumafili II. wird Staatsoberhaupt in Sambia (1962) ... ist freilich auch nicht jedermensch Sache täglich in Samt und Seide und den quirligen Champagner ...

Im römischen Kalender war der Januar ursprünglich der elfte Monat, die älteren Ex-Raucher unter uns werden sich noch dran erinnern. Mit der Umstellung des Jahresbeginns vom 1. März auf den 1. Januar im Jahre 153 v. Chr. wurde der Januar nach dem Gott Ianus, dem Gott des Anfangs und des Endes, benannt (ianua = Türe, Zugang). Alte deutsche Namen sind aber auch ausnehmend hübsch: Hartung, Eismonat, Schneemonat und Wintermonat. Die letzte Bezeichnung wurde von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert eingeführt. In Osteuropa wurde der Januar früher auch Wolfsmonat genannt, da in dieser Zeit die Wölfe ihre Ranzzeit haben und leichter zu jagen waren.

Am 1. Januar 1919 wurde Jerome David Salinger, US-amerikanischer Schriftsteller, in New York geboren. Ernest Hemingway, mit dem er 1944 zusammentrifft, attestiert ihm „ein verteufeltes Talent“. Salinger lebt seit Jahrzehnten sehr zurückgezogen und hat auch seit langem nichts mehr veröffentlicht. Der Fänger im Roggen (1951: „The Catcher in the Rye“) ist sein einziger Roman, er wurde zum Welterfolg. Dem Autor gelingt, in den Handlungen und Gedanken der geichsam als Antiheld agierenden Hauptperson Holden Caulfield die inneren Kämpfe der heranwachsenden Generation auf überzeugende Weise zu gestalten:

„If I were a piano player, Id play it in the goddam closet.” Heinrich Böll hat das mit - na ja – „Wenn ich Pianist wäre, würde ich im Klosett spielen“ übersetzt, das geht auch besser ...

Es ist ja ein alter, frühkeltischer Neujahrsbrauch ein Ü-Ei als Orakel für den Jahresverlauf zu befragen. Mir wurde aus der Serie „die Turbokriecher“ die Rennschnecke „Manni“ zuteil (nickt auch ganz anmutig mit dem Köpfchen), der neverever muss sich mit dem „Drache Dragomus“ und der Frage „Wer überlistet den Drachen?“ abmühen. Wer hilft beim deuten? Ich ess bis Hilfe kommt die Schokolade ...

Im übrigen hat heute auch noch der Briefkasten Geburtstag: 1824 wurden in Preußen die ersten öffentlichen Briefkästen aufgestellt – besorgen Sie schnell noch ein passendes Geschenk und werfen es in den nächstbesten ...