Jetzt gehts ...
dort weiter.Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft.
[Friedrich Nietzsche]
Eure falsche Liebe zur Vergangenheit ist ein Raub an der Zukunft.
[Friedrich Nietzsche]
„Der Tod ist nichts Schreckliches, nur die fürchterliche Vorstellung vom Tod macht ihn furchtbar“ [Epiktetos]
Der Sinn ist der Dinge Tod. Es ist kalt, keine fünf Grad, der Atem ist sichtbar. Eierschalenfarben trifft die Farbe wohl am besten, zwischen den Fingern kneifen sie, die Latexhandschuhe. Fast fünfzehn Minuten haben Sie gesucht, bis sie eine annähernd richtige Grösse gefunden haben, eben nur annähernd. Warum haben sie mich so mitleidig angesehen? ‚Der Kunde’ muss in zwei Stunden fertig sein. Der Tod hat keinen Kalender: Nicht immer ist ‚der Kunde’ mit den Dienstplänen kompatibel – da gibt es viele Geschichte zu erzählen, weiss Harry, dem das blonde Haar die Stirn verhängt. Harry ist 42 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Brandenburg, gelernter Schlosser, zuletzt acht Jahre arbeitslos und arbeitet seit neun Monaten in Hamburg in einem Krankenhaus drei Stockwerke unter der Erde bei nicht mal fünf Grad.
Tod ist billiger als Brot: Alles hat er sich selbst beigebracht, sagt er. Das Schminken, das Frisieren, das Ankleiden – alles selbst beigebracht – berichtet er stolz und bläst aus dem Mundwinkel eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Manchmal sind es zu viele ‚Kunden’ klagt Harry und dann hat die Leichenstarre schon eingesetzt und weil doch die Angehörigen nun mal die gefalteten Hände sehen wollen, bei den ‚Kunden’: Dann muss er nach Pjotr rufen. Pjotr ist eigentlich für die Reinigung zuständig in der Inneren, kommt aus Odessa, aus der Ukraine. Odessa ist bekannt für seine fröhlichen Menschen. Pjotr ist ein fröhlicher Mensch. Aber wenn die Leichenstarre eingesetzt hat, brauchen sie Pjotr, der den ‚Kunden’ zuerst die Arme, dann die Finger bricht für die gewünschte bussfertige Haltung. Die Kleidung wird hinten aufgeschnitten, die ist kein Problem, weiss Harry. Aber die Arme und Finger sind nicht bereit für die religiöse Geste, verweigern sich auf Zeit.
Der Tod ist nur ein Atemzug weniger. Wenn ein Arm gebrochen wird, ist das ein dumpfer Ton. Ich kenne das, aber der Klang ist nicht vergleichbar mit eigener Erfahrung. Ich stehe neben Pjotr, er freut sich, dass ich ihn anspreche in Russisch mit dem Sprichwort „Fürchte das Leben, nicht den Tod“. Er lacht laut und zeigt seine goldenen Kronen während er die Finger bricht – einen nach dem anderen. Eine Oktave höher klingt es als das Brechen der Arme, drei Stockwerke unter der Erde und schon werden neue ‚Kunden’ gebracht aus der Intensivstation. „Paka“ rufe ich ihm noch nach und schon ist Pjotr wieder bei seinem Putzgerät fünf Stockwerke höher.
Der Tod ist schlafen ohne zu träumen. Ich dürfte natürlich nicht hier sein, ich bin ein potentieller ‚Kunde’. Ich dürfte nicht sehen, wie sie die ‚Kunden’ waschen, frisieren und schminken und wie sie, wenn Dienstplan und Wünsche der Angehörigen nicht zusammen passen nach Pjotr rufen. Ich lebe auf der Intensivstation. Pjotr ist ein fröhlicher Mensch, aber dafür werde ich ihn nicht in Anspruch nehmen …
„Der Schlaf ist ein kurzer Tod, der Tod ein langer Schlaf“ [Platon]
AuskunftEduard Mörike wurde am 8. September 1804 in Ludwigsburg geboren. Lange Zeit galt er als der Vertreter des Biedermeier, zunehmend wird aber auch das Abgründige und Moderne in seinem Werk gewürdigtn ...
Närrische Tadler und Lober
auf beiden Seiten!
Doch darum
Hat mir mein Schöpfer den Kopf
zwischen die Ohren gesetzt.
[E. Mörike, Gedichte 1838]
"Wer sich mit niemandem überwerfen möchte, macht sich zum Sklaven aller." [Sully Prudhomme, Gedanken]trotze ich solchem alltäglichen Wahnsinn. Prudhomme erhielt
"Through the charm of his exquisite diction and through his consummate art, Sully Prudhomme is one of the major poets of our time, and some of his poems are pearls of imperishable value. The Swedish Academy has been less attracted by his didactic or abstract poems than by his smaller lyric compositions, which are full of feeling and contemplation, and which charm by their nobility and dignity and by the extremely rare union of delicate reflection and rich sentiment."
LE LONG DU QUAI
Le long des quais les grands vaisseaux,
Que la boule incline en silence,
Ne prennent pas garde aux berceaux
Que la main des femmes balance.
Mais viendra le jour des adieux ;
Car il faut que les femmes pleurent
Et que les hommes curieux
Tentent les horizons qui leurrent.
Et ce jour-la les grands vaisseaux,
Fuyant le port qui diminue,
sentent leur masse retenue
Par l'ame des lointains berceaux.
[Sully Prudhomme, Les destins, 1872]
Übrigens schaut der Elefant, den ich extra zu Ehren des hinduistischen Ganesh Chaturthi-Festes letzte Nacht volltrunken aus dem Kölner Zoo aus seiner Sklavenexistenz befreit habe, so beleidigt drein, dass ich beschlossen habe, ihn an den nächstbesten Wanderzirkus zu verkaufen und auch die Bauernregel zum 7. September ...
"Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange sonnig"... klingt zwar nicht Nobelpreisverdächtig aber wär' doch schön wenn das Bauer endlich mal recht behalten könnte. Und schliesslich-endlich lasse ich mir auch vom ewigen deutschen Liedgut von
"Ob es so, oder so, oder anders kommt, so wie es kommt, so ist es recht ..." [1971].
„Halte deine Grundsätze und dein Geld geheim“.
Die so schlecht genannten C-Parteien nehmen das so beherzt bierernst, weil sie nun mal wissen, dass das nicht gut geht wenn ein Politiker vorher schon alles klarmacht.
Was bisher geschah: Die Opposition Regierungsvertreter fordern ihre Veröffentlichung, die Merkel kennt sie überhaupt nicht, der Kirchhoff weiss, dass sie über 400 Punkte enthält und hat sie der Merkel hat er vergessen hat er gegeben, der Münte echauffiert sich, der Kirch Professor aus Heidelberg kündigt an, dass das alles eh nicht umgesetzt wird die nächsten Jahre und bestätigt ungefragt mich in meiner unendlichen Weisheit, christliche Regierungsvertreter Oppositionelle echauffieren sich, die Frau Merkel verteidigt die Liste, die sie nicht kennt und zwingt zwei Söhne des Professors zur Geschlechtsumwandlung als Beweis, dass ihr Vater Spass versteht ein CDU-konformes Verständnis hat von der Rolle der Frau in der Spassgesellschaft abendländischen Sowieso (pardon: hier hat Herr Reagan undeutlich geschrieben), Herr Schröder sagt zwischenzeitlich, dass die Liste erzreaktionär und ungerecht ist und Herr Professor echauffiert sich während der Glos ...
Das klingt alles irgendwie nach ‚unsere Arbeit ist so geheim, dass wir selbst nicht wissen, was wir tun.’ Wehe euch, das wird nicht gut gehen, steht doch schon im Buch der Bücher:
„Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird und nichts geheim, was man nicht wissen wird.“ [Mt 10.26]
"Das habe ich getan“, sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben“ - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - gibt das Gedächtnis nach. [Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse]Was war Eduard Oswald, geboren am 6. September 1947, nochmal?
„Ein gutes Gedächtnis ist eine Gabe Gottes. Vergessen können ist oft eine noch bessere Gabe Gottes“. [Georg Christoph Lichtenberg]Unter „Gedächtnis“ versteht man bekanntlich die Fähigkeit des Gehirns Informationen aufzunehmen, zu behalten, zu ordnen, wieder abzurufen und vor allem - und dankenswerterweise - wieder zu vergessen. Spätestens beim Übergang vom Arbeitsgedächtnis in das Langzeitgedächtnis werden sie getilgt die österreichischen Schlagzeuger-Sänger, deutschen Fußballspieler oder Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Alles weg, alles muss raus … eingedenk den tröstenden Worten von Oscar Wilde:
„Nur wer seine Rechnungen nicht bezahlt, darf hoffen, im Gedächtnis der Kaufleute weiterzuleben“.Und wer mit einem solchen hervorragend schlechten Gedächtnis für jeden einzelnen seiner Fehler ausgestattet ist, sollte über eine politische Laufbahn nachdenken: Schliesslich erkennt man daran den echten Vollblutpolitiker. Der Glückliche verliert das Gedächtnis nachdem er den Meineid abgelegt hat ...
„Gedächtnis ist Phantasie mit Bewusstsein“
„Lobend gleichzustellen ist diese Steuerreform allen Steuerreformen, die es jemals gab oder die je kommen werden. Sie ist modern, gerecht, entlastend und kunstvoll.Aber Vorsicht bei der Verwendung,
- Modern, weil jede der alten Steuern einen neuen Namen trägt.
- Gerecht, weil sie alle Bürger gleich benachteiligt.
- Entlastend, weil sie keinem Steuerzahler mehr einen vollen Beutel läßt.
- Und kunstvoll, weil du in langen Worten ihren kurzen Sinn versteckst: dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und dem Bürger zu nehmen, was des Bürgers ist.“
[Casparius, römischer Senator, 282 n.Chr.]
“I have nothing to say
and I am saying it
and that is poetry
as I needed it”
[John Cage]